Hier findet der interessierte Leser das komplette Tagebuch meines Aufenthaltes bei meinem "Pflegerudel"
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Montag, 01. November 2004
Ich habe eine lange Autofahrt hinter mir und bin froh, als ich endlich aussteigen darf. Dennoch merke ich, dass irgendwas nicht stimmt, denn Frauchen und Herrchen sind sehr traurig, schon seit Tagen, aber heute ganz besonders. Von irgendwoher höre ich eine Stimme, die sagt „Wie läuft denn die? Und zu dick sieht die auch aus!“ - wo bin ich hier nur gelandet und was soll ich hier? Und wer maßt sich hier solche Kommentare über mich an? Nach einer kurzen Runde in einem kleinen Park, der nach sehr vielen Hunden riecht, gehen wir in ein fremdes Haus und ich muss viele Treppen steigen, bis wir in eine Wohnung gehen, in der es nach Hund riecht, aber kein Hund zu sehen ist. Frauchen und Herrchen reden mit dem fremden Mann und der fremden Frau, Frauchen weint immer wieder – eine böse Vorahnung steigt in mir auf, die werden doch nicht etwa???? Doch sie werden – sie werden ohne mich gehen, schweren Herzens und sehr unglücklich, aber das bin ich auch!!!! Ich bleibe hinter der Wohnungstür liegen und hoffe, dass sie wiederkommen. Tun sie aber nicht, der fremde Mann zieht mir nach einer Weile das Geschirr an und nimmt die Leine und wir gehen die vielen Treppen wieder runter. Wie ich es befürchtet hatte, das Auto von Herrchen und Frauchen ist weg!
Dienstag, 02. November 2004
Heute verfrachtet die fremde Frau mich gleich morgens in ein Auto, das auch nach vielen Hunden riecht, nach denselben Hunden wie die Wohnung, die Hunde, die nicht da sind. Wo sind die alle nur hingekommen? Den Ort, an den ich gebracht werde, kann ich sofort am Geruch erkennen – das ist eine Tierarzt-Praxis. Ich schlucke und wärme mit meinem Schwanz schon mal meinen Bauch. Aber es ist gar nicht so schlimm, ich muss nur auf so ein Ding, das „Waage“ heißt und dann sagt die fremde Frau „oh je“ und ich „wäre eindeutig zu fett“. Die Waage sagt etwas von „28,55kg“, was immer das auch sein soll. Ich bin froh, gleich wieder gehen zu dürfen. Dann gehen wir noch spazieren und da kommt so ein aufdringliches schwarzes Hundeweib, auch schon etwas älter und will an meinem Popo schnüffeln, mei, da werd´ ich aber böse und gifte.
Mittwoch, 03. November 2004
Dem Freund von der schwarzen Hundedame von gestern, so einem zotteligen schwarzen Hirtenhund habe ich heute ordentlich das Fell gebürstet. Will einfach seine vorwitzige Nase in meinen Hintern stecken – ja, was glaubt denn der????
Donnerstag, 04. November 2004
Ganz früh am Morgen ärgert mich ein großer roter Irish Setter, schon wieder so ein unkastrierter lümmelhafter „Nase in Popo-Rammer“, meine Spielaufforderungen ignoriert er, das Fell kann ich ihm nicht bürsten, da komm ich nicht hoch, aber lauthals um Hilfe kann ich rufen – funktioniert wie immer – der ist baff und ich bin fort ….. Irgendwas braut sich zusammen über meinem Kopf: die fremde Frau hat ganz viel mit einer Nothilfe für Polarhunde e.V. „geschnackelt“, es geht um meine schlechte Lauferei, um das Hinken vorne rechts, um die „Lahmarschigkeit“ (diese Ausdrücke – echt schlimm!), darum, dass ich mich nicht Alters entsprechend verhalten würde und dass ich fett (!!!) wäre. Ich möchte nach Hause – die sind hier zwar ganz nett, aber die reden so gemein von mir!
Freitag, 05. November 2004
Ich habe es geahnt: wir stehen vor der Tierarztpraxis, die fremde Frau, der fremde Mann und ich. Und wieder muss ich rein und wieder auf die Waage – vielleicht kann ich ja gleich wieder gehen? Sie sind wieder nicht zufrieden mit dem Ergebnis der Waage, das merke ich genau. Langsam setze ich mich Richtung Ausgang in Bewegung, werde aber gleich gebremst – oh weh, ich glaube, die machen Ernst! Nach einer Weile gehen wir in ein anderes Zimmer, noch ein fremder Mann kommt und die reden erst mal nur – doch noch Glück gehabt? Nein, jetzt nimmt mich mein fremder Mann hoch und ich jammere lauthals. Dann stehe ich auf diesem kalten Blechtisch und der neue fremde Mann tatscht an mir rum, schaut ins Maul, in die Ohren, in die Augen und tastet die Wirbelsäule ab. Der tut mir weh, ich brülle und fahre mit blitzenden Zähnen rum – er ist schneller und ich erwische ihn nicht – diese verflixten Gelbfüßler!!! Jetzt reden sie wieder und binden mir was ums Bein, ein Pieks und irgendwie wird mir komisch, ganz komisch und dann ………. Ich wache im Auto wieder auf, den Geräuschen nach bin ich da, wo die fremden Leute wohnen. Ganz schrecklich fühle ich mich, meine Zähne fühlen sich auch ganz merkwürdig an und alles ist furchtbar anstrengend. Immer wieder schlafe ich ein und wache auf, wenn die fremde Frau kommt und nach mir schaut. Sie meint, ich würde langsam übertreiben, es wäre Zeit, auf die Füße zu kommen. Wem ist hier übel – ihr oder mir? Ich bleibe liegen!! Irgendwann nervt es dann und ich stehe doch auf, wanke über die Straße, mache Pippi und will nur noch in den Hundekorb – weiterleiden!
Samstag, 06. November 2004
Mittlerweile weiß ich, dass die mich gestern geröntgt haben und das, was mir so weh tut, meine Bandscheibe zwischen dem 2. und 3. Lendenwirbel ist. Die sei entzündet und meine Zähne habe man auch gleich sauber gemacht, wenigstens die seien in einem erstklassigen Zustand, trotz meines übergewichts nicht abgenutzt – ob ich mein Fressen nicht kauen würde? Schon wieder ins Auto, hoffentlich nicht wieder in die Praxis, nein, dafür dauert die Fahrt zu lang. Auf einmal sind da lauter Kinder, alle haben komische Schuhe, die merkwürdige Töne machen beim laufen. Die Pflegemutter sagt, das ganze hieße „Kinder-Fußball“ und das würde jetzt eine Weile dauern. Wir gehen an einen Fluss, der Dreisam heißt und da gefällt es mir auch ganz gut, es sind ziemlich viele Leute unterwegs und ich rieche an allen oder versuche es zumindest, denn meiner Pflegemutter gefällt das nicht und sie schimpft. Die Leine wird auch immer kürzer – ob die was gegen neugierige Hunde hat? Das kann ja öde werden ….. ich bin fast froh, als das „Fußball“ endlich vorbei ist und wir wieder im Auto fahren – außerdem habe ich Hunger! Lecker – jetzt gibt es mittags auf einmal Nassfutter, irgendein Saft kommt da rein, aber den schmeckt man fast nicht. Aber die Portion: winzig! Oder besser : winzigst!
Sonntag, 07.November 2004
Heute war´s cool – jeder von den Pflegeeltern ist fast zwei Stunden mit mir unterwegs gewesen und ehrlich gesagt, ich fühl mich heut richtig gut! Die behaupten, das wäre der Saft in dem Nassfutter – mir ehrlich gesagt wurscht, ich hab´ den Tag so richtig genossen! Die Pflegemutter hat sich morgens halb tot gelacht, weil ich Schaumkronen in einem Bach gejagt habe und unbedingt das Gegluckse fangen wollte – sie meint, jetzt würde ich aber ausgesprochen kindisch …. Auch über mein Jagdverhalten lacht sie immer, sie meint, ich hätte was von einer Katze – klar, keine Ahnung haben, aber mitreden wollen ….Die Erfahrung hat mich halt gelehrt, dass man sich am besten langsam anschleicht an so Maulwurfshügel, immer wieder stehen bleibt und horcht, dabei muss man den Kopf immer wieder drehen, damit die Ohren auch jedes noch so winzige Geräusch mit bekommen und dann, wenn der Maulwurf geortet ist, dann lohnt sich ein kleiner Hechtsprung und rasches Graben …. Mit Mäusen ist das ähnlich, anschleichen, Kopf drehen und wenden … das genaue Hören und Sehen ist hier ganz wichtig, sonst wird das nichts und dafür braucht es eben seine Zeit – nur net huddeln, sag´ ich immer! Eine recht nette Hundedame habe ich heute getroffen, mit der habe ich ein wenig spielen wollen, aber man hat mich nicht wirklich gelassen, auch das habe der Tierarzt verboten – was hat der mir nicht verboten???? Fressen darf ich nicht mehr, spielen nicht, springen soll ich nicht – aber schnaufen darf ich noch, oder?
Montag, 08. November 2004
Meinen Posten nahe bei der Wohnungstür gebe ich jetzt auf – ich werde nicht mehr abgeholt, damit habe ich mich abgefunden. Ade du volle Futterschüssel, ade ihr Leckereien – seufz! Aber der komische Saft von dem Tierarzt ist cool – so jung war ich schon lange nicht mehr und humpeln tue ich nur noch selten!
Mittwoch, 10. November 2004
Heute sind wir mal richtig bergauf und bergab gelaufen, zu einem Ort der Rebberg heißt. Die Aussicht von da oben sei herrlich - was brauche ich eine Aussicht, wenn es überall nach Hase, Maus, Maulwurf und sogar nach Reh riecht? Ich grabe riesige Löcher, aber leider kann ich meinen Speisezettel nicht aufbessern.
Donnerstag, 11. November 2004
Meine Pflegemutter freut sich, dass ich den gestrigen Spaziergang so gut weggesteckt habe – was die wohl erwartet hat? Ich bin wieder ganz gut in Schuss, laufe jetzt jeden Tag mindestens drei Stunden, verteilt auf vier Etappen und kenne mich hier schon recht gut aus. Mittlerweile kenne ich auch schon die meisten Hunde und komme eigentlich mit allen klar, nur mein „Popo gehört mir“ – jawohl! Aber ich habe keinem mehr das Fell gebürstet, ehrlich!
Freitag, 12. November 2004
Mir ist sterbenselend – ich will nicht aufstehen, ich will nicht trinken, ich will nicht fressen! Meine Laune ist auf dem Tiefpunkt und das zeige ich auch deutlich. Was ist denn jetzt wieder los mit mir? Am Nachmittag telefoniert die Pflegemutter mit dem Tierarzt, erzählt, sie habe mir den ersten Teil der Wurmkur gegeben und mir ginge es miserabel. Hinterher sagt sie mir, ich habe Zeit bis halb sieben, wenn ich dann nicht wenigstens saufen würde, ginge es zum Tierarzt. Um fünf Uhr ringe ich mich sicherheitshalber zur wundersamen Genesung durch, saufe und fresse mein Frühstück – wenn ich überall hin will, aber nicht zum Tierarzt!
Montag, 15. November 2004
Schluck – Tierarztpraxis! Mit der Waage sind sie wieder nicht zufrieden, doch der Tierarzt meint, sie sollten geduldiger mit mir sein – der wird mir am Ende noch sympathisch …. Die unterhalten sich über den heimtückischen Anschlag auf mein Leben mit dieser blöden Wurmkur, wenigstens habe ich die beiden anderen Teile davon besser weggesteckt, aber der Tierarzt hat auch keine vernünftige Erklärung, warum es mir davon so elend ging! Der Pflegevater lupft mich wieder auf den Tisch, diesmal brülle ich auch nicht, es tut komischerweise gar nicht weh. Während ich mich noch wundere, tastet der Tierarzt meine Wirbelsäule ab, ich kriege große Augen und sehe meiner Pflegemutter an, dass sie drauf wartet, dass ich rum fahre und schnappe, ich warte auch, aber auf den Schmerz, denn einfach so schnappe ich nicht – der Schmerz kommt nicht. Komisch! Dann schaut er noch nach zwei Knubbeln, die ich habe, der eine sei wohl von einem Zeckenbiss, wo sich was verkapselt habe und der andere käme vermutlich von der Impfung, die ich vor dem Einmarsch bei der Nothilfe für Polarhunde e.V. bekommen hätte – auch da scheine ich sehr heftig zu reagieren. Hätte ich denen auch sagen können, aber mich fragt ja wieder keiner! Ich darf vom Tisch und die reden noch eine Weile, dann darf ich wieder raus – boah, bin ich froh!!!
Samstag, 20. November 2004
Sag ich doch, meine Jagdmethoden sind gar nicht so schlecht – vor dem Frühstück schon einen badischen Maulwurf erlegt – cool!!! Nur aufessen durfte ich ihn nicht, das sei nicht im Diät-Plan enthalten! Hier stimmt was nicht, ganz und gar nicht. Seit drei Tagen geht die Pflegemutter die zweite Runde nicht mehr mit mir, sondern der Pflegevater. Die Pflegemutter steht nur noch in der Küche rum und werkelt an irgendwelchen kleinen Sachen, die in den Ofen kommen. In der Wohnung ist es ganz nett warm und es riecht lecker. Der Pflegevater sagt, das heißt „Backwahn“ und so entständen hier Weihnachtskekse und das ginge noch ein paar Tage so weiter mit dem weißen Zeug das Mehl heißt allüberall und den gekürzten Streicheleinheiten – na toll! Ich beginne seine Begeisterung für Backwahn zu teilen! Nachts kann ich nicht schlafen, der Wind rüttelt an den Rollläden und irgendwo in einer anderen Wohnung batscht ein Fenster. Meine Pflegeeltern dürfen auch nicht schlafen und wenn sie mir einschlafen, wuffe ich sie wieder wach. Der Pflegevater nimmt mich irgendwann mit in sein Bett und da schlafe ich auch ein paar Stunden – bequem, sehr bequem!
Sonntag, 21. November 2004
Die Pflegeeltern sind mittags auf einmal verschwunden, nur der Junior war noch da. Dann kam eine fremde Frau, die war schon mal da, Junior nennt sie Tante und mich nennt sie „Dicke“. Aber sie geht mit mir spazieren, aber ist ziemlich langsam und so kann ich endlich mal wieder „Zughund“ spielen – hinterher ist sie ordentlich geschafft, ich bin nur hungrig und bekomme wie immer lediglich eine Kleinigkeit! Langsam könnte ich vor Hunger die Tapete von den Wänden fressen …..
Montag, 22. November 2004
Es ist über Nacht mehr als zehn Grad wärmer geworden und ich fühle mich richtig bescheiden – ich will nur meine Ruhe und sonst nichts.
Dienstag, 23. November 2004
Es ist immer noch so warm draußen und ich bin genau so schlecht drauf wie gestern …. Meine Knochen tun mir so weh, dass ich kaum ins Auto rein komme, will sowieso lieber in meinem Korb bleiben ….
Mittwoch, 24. November 2004
Die Tapete habe ich nicht von den Wänden gefressen, aber Nüsse habe ich geknackt! Meine Pflegemutter geht mittwochs immer ganz früh fort und kommt erst gegen Mittag wieder, den zweiten Spaziergang macht also der Pflegevater. Irgendwie kam der aber nicht aus dem Bett und so war ich im Prinzip ganz alleine …. Ich habe mich also, wie ich das immer mache, wenn ich alleine bin, gründlich in der Wohnung umgesehen und eine Schale mit Nüssen entdeckt, über die ich mich gleich hergemacht habe …Hey, ihr könnt sagen, was ihr wollt, ich habe die Nüsse wirklich gründlich verspeist, es lagen nur Schalen herum…. Geschimpft hat keiner, aber die Nüsse sind nach oben gestellt und meine Hundefutter-Portion war noch kleiner als sonst – da wäre mir schimpfen ja noch lieber gewesen! Mir geht es wieder besser und ich habe richtig schöne lange Spaziergänge gemacht – aber eine Nebelsuppe war das heute – brrrr
Freitag, 26. November 2004
Meine erste badische Maus habe ich - schwups - fast ungekaut verschluckt, nicht, dass mir noch mal so was wie mit dem Maulwurf passiert und ich zwar Beute mache, aber hungrig bleibe. Schon gestern war ein absoluter Glückstag: es kam Besuch, jemand, der Oma heißt. Ich sag´ Euch, Oma ist klasse! Oma hatte Trockenfisch für mich, sogar drei Stücke und noch ein paar Zentimeter Ochsenziemer. Den wollte die Pflegemutter mir eigentlich abnehmen und aufheben, aber Oma hat gesagt, ach nee, die schaut so süß, lass ihr den …. Später saßen alle im Wohnzimmer rum und da hab´ ich mich nach bestem Wissen an die Oma ran geworfen, vielleicht ist ja noch was in der Tasche … Ich habe die Oma einmal angewufft (damit sie mich auch sieht!), aber sie hat mich nur kurz gestreichelt. Da hab ich dann oahgroah gesagt, mit ganz dunkler Stimme, und dann hat sie mich richtig gestreichelt, sogar den Bauch hab´ ich mir kraulen lassen. Oma sagt auch Dicke zu mir, aber wenigstens „süße Dicke“. Nur Leckerchen hab´ ich keins mehr bekommen - schnief! Und mein Abendessen, ey, das war die Sparversion der FDH-Portion, richtig gemein sind die!!!
Samstag, 27. November 2004
Heute abend kam die Oma mit dem Junior, der war nämlich den ganzen Tag nicht da gewesen - ob der bei Oma war? Ich hab´ mich riesig gefreut über Oma und gleich einmal gewufft, damit sie mich streichelt und die Leckerchen raus rückt, aber anscheinend hat alles der Junior gekriegt, nur ein Markie ist für mich abgefallen. Aber besser wie nichts!! Mittags bekomme ich jetzt keinen Saft mehr, die Pflegemutter sagt, der Tierarzt will versuchen, ob ich mit den komischen Tabletten aus Teufelskralle und Weidenrinde auskomme - das ist immer so lustig, wenn ich die morgens und abends essen soll. Die stecken die nämlich in Nassfutter und geben mir die Klumpen dann mit der Hand - wenn ich richtig Hunger habe, dann lutsche ich das Futter weg und mache „plöpp“. Dann heben die die Tabletten wieder auf und verpacken sie noch mal. Aufhören mit lutschen muss ich dann, wenn die Stimme von der Pflegemutter lauter wird und sie so komische rote Flecken im Gesicht kriegt …….
Sonntag, 28.November 2004
Heute Morgen bin ich als allererstes auf mein funkelnagelneues orange gepolstertes Geschirr angesprochen worden - endlich beachtet mich mal jemand!!!! Und heute Mittag hat eine andere Hundebesitzerin gesagt, so langsam sähe man den Anflug einer Taille - dafür hungere ich ja auch wie blöd!!! A propos Taille, neulich, bei „Tiere suchen ein Zuhause“ kam ein Beitrag über das optimale Gewicht von Hunden und da hat die Pflegemutter gesagt, ich solle nur mal gut zuhören und feste aufpassen. Habe ich auch gemacht, also erstens muss die untere Bauchlinie zu den Schenkeln hin aufsteigen (und das tut meine, ehrlich!), zweitens muss die Taille zu sehen sein (na ja, fast sagt die andere Hundebesitzerin) und drittens müssten die Rippen zu spüren sein - öhhhh, spüren? Nicht wirklich, nicht mal mit Gebohre, aber da sind sie, sagen die Pflegeeltern, auf dem Röntgenbild waren welche mit drauf! Ich fürchte, die lassen mich tatsächlich bis zur Idealfigur Hunger leiden - aber vielleicht holt mich ja vorher jemand hier raus????
Mittwoch, 01.Dezember 2004
Leute, das ist meine Woche!!!! Ich bin fit und erfolgreich und … - o.k., der Reihe nach. Am Montag stand wieder Tierarzt auf dem Programm, nur zum Wiegen, das hat meine Pflegemutter mir fest versprochen (außerdem sind wir ohne den Pflegevater hin und der ist momentan noch der einzige, der mich alleine auf den Tisch kriegt). Hey!!!!!! Ich habe abgenommen, endlich und das auch noch richtig!!!! Ich habe (trotz Frühstück im Bauch, ich konnt´ mich einfach nicht beherrschen) ganz knapp unter 28 Kilo gewogen!!!! Eine 27 vor dem Komma – ist das nicht toll? Und ich bin gelobt worden, von allen Seiten, gottlob hab ich soviel Pelz im Gesicht, ich bin ja schier rot geworden …. Und heute wieder: treffen wir eine Frau, die mich vor vier Wochen mal kurz gesehen hat, gleich am zweiten oder dritten Tag. Fragt die doch, ob ich ein anderer Hund sei! Und dann jede Menge Komplimente, wie lebenslustig ich doch aussähe und was für ein schönes Figürchen ich schon hätte (nun ja FigürCHEN ist ja etwas übertrieben – aber runter wie öl geht das schon!).- Ich hab´ auch langsam nicht mehr so einen Dauerhunger, manchmal lass ich sogar zwei, drei Bröckchen für später in der Schüssel – für später, zurückgehen lasse ich nichts! Und das ohne den Super-Fit-Saft vom Tierarzt lässt sich bisher auch gut an, ich fühle mich immer noch gut und kann ordentlich laufen. Aber das beste: treffen wir heute einen Nordischen (jung, groß, ungestüm, also absolut nicht mein Fall) und seinen Begleiter, so einen Border-Collie-Mix. Ha, der rennt mir doch glatt sabbernd und triefend hinterher, völlig taub für die Rufe seines Frauchens, ich hab dann noch ein paar Mal extra mit dem Popo gewackelt, aber ihn dabei selbstverständlich keines Blickes gewürdigt – als Dame hat man ja Benimm. Dass mir das noch mal passiert mit so einem jungen (na ja, 3 Jahre hat der auch schon auf dem Buckel) Hüpfer …..
Freitag, 03.Dezember 2004
Wisst Ihr, was ich gar nicht leiden kann? Früh aufstehen, klar - so gegen acht, das ist meine Lieblingszeit, geht aber meist nicht, wegen irgendwas, das Schule heißt. Was ich aber dann gleich überhaupt nicht abkann, ist, wenn ich müde die Treppen hinunter gewankt bin, zu nachtschlafender Zeit, im Dunkeln über die Wiese tappe und mir Gedanken mache über die unerbittliche Grausamkeit des Lebens und des meinen im besonderen und dann kommt so ein halbhohes weißes filziges Ding daher, im Bart noch das Futter von drei Tagen kleben und mault mich an!! Nicht mit mir – nee, denn hab´ ich so angebäfft, der sagt nie wieder einen Ton zu mir!
Sonntag, 05.Dezember 2004
So ganz nebenbei, ich bin übrigens erwiesenermaßen „erdbebensicher“. Wir lagen hier heute Nacht wohl ziemlich nah am Epi-Zentrum, laut Radio immerhin ein Beben mit Stärke 5,4 – deswegen stehe ich dann aber nicht auf, oder? Nö, hab´ ich ja nix von. Der einzige, der nicht erdbebensicher ist, ist der Pflegevater, der geistert dann, den dürft Ihr Euch nicht vermitteln lassen!
Dienstag, 07. Dezember 2004
Ein morgendlicher Waldspaziergang ganz nach meinem Geschmack: überall Eichhörnchen-TV, gleich zur Begrüßung eine so tolle Akrobatik-Nummer, dass ich mich vor Begeisterung setzen musste und andächtig schaute (Quatsch, ich versuchte es natürlich mal wieder mit Hypnose, aber es klappt irgendwie noch nicht so ganz). Meine Pflegemutter jammerte natürlich ziemlich schnell, von wegen null Grad und ihr sei kalt …. Das ging dann munter so weiter, eine Stunde lang quer durch den Wald – als ob ich mich bei dem Gejammer aufs Hypnotisieren konzentrieren könnte!! Dann kam das Beste: den Geruch hab ich gleich erkannt! Sofort rammte ich die Füße in den Boden und lauschte, witterte – das Wissen, wo sich die Beute befindet, ist das Wichtigste. Und dann sah ich sie: zwei Rehe, die langsam den Wald hinauf stiegen – unerreichbar schon, da lohnte sich das Losrennen nicht! Das Kontrast-Programm stand plötzlich unmittelbar vor mir auf dem Weg: ein Zwergpinscher, superwinzige Ausgabe, höchstens zwei Kilo, wenn überhaupt. Meine Pflegemutter kriegte erst mal einen Schreck, manch einer meiner Pelzgenossen scheint dann im Jagdfieber so was mit Beute zu verwechseln, aber ICH doch nicht! „Erst gucken, dann rennen“ sag ich immer, „dann klappt das schon im Leben!“ Hat mir jedenfalls jede Menge Lob eingebracht, jawohl!
Donnerstag, 09. Dezember 2004
Ausschlafen – völlig unverhofft, der Junior ist krank und jammert! Aber sich über mich lustig machen, wenn ich mal nicht gut drauf bin! Mir gefällt´s jedenfalls, schlafen bis acht und dann schön lange Laufen, keine Hetzerei, da keine Schulefahrerei …. Seit 14 Tagen laufe ich jetzt nur mit diesem Teufelskralle/Weidenrinden-Zeugs und humple noch immer nicht, dabei laufe ich jeden Tag locker drei Stunden – das scheint wirklich zu funktionieren, obwohl ich ja sonst eher skeptisch bin bei so homöopathischen Sachen, nun, ich werde meine Einstellung mal überdenken …. Seit ein paar Tagen stehen auf der Wiese unter dem Park gegenüber Schafe, recht viele Schafe sogar, die interessieren mich aber null, Abhang runter hetzen, Bach überspringen, Wiesenstück überqueren, Zaun überspringen – was für ein Stress! Nee, nee, ohne mich!
Samstag, 11. Dezember 2004
Heute habe ich meiner Pflegemutter bewiesen, dass ich tatsächlich die besten Maulwurfsohren der Welt habe. Schon gestern hatte ich auf über 10 Meter Entfernung einen Hügel erspäht, aus dem gerade Erde herauskam – meine Pflegemutter hatte so was noch nie „live“ gesehen und hielt das insgesamt für Zufall – der Maulwurf ist mir leider entwischt. Heute, völlig anderer Ort, selbes Spiel: auf über 10 Meter den Maulwurf buddeln hören, ehrlich! Durfte ihn aber nicht jagen, der wühlte nämlich in einem Wintergetreidefeld und die Pflegemutter sagt, die Bauern mögen Hunde nicht, die bestellte Felder umgraben. Aber Maulwürfe mögen sie, oder wie? Ein Häschen habe ich auch noch aus einem Feld gescheucht, der war mir aber so was von zu schnell, dass ich nicht mal gestartet bin - eines Tages begegnet mir bestimmt mal ein gehbehinderter! Kurz später, ich spähe eifrig nach Mäusen, überholt mich ein Pferd, die Pflegemutter hat wieder nix mitbekommen und ist gehörig erschrocken, hatte bestimmt wieder die Leine nicht ordentlich in der Hand, aber rege ich mich etwa über ein Pferd auf? Nöö, das frisst ja nur Gras und keine Mäuse! Und was lernen wir aus Tagen wie heute: auch ein gemütlich voranschreitender Husky erlebt jede Menge!!
Dienstag, 14. Dezember 2004
Wäre heute alles so gelaufen, wie geplant, hätte aus dem Nebel ein Malamut auftauchen müssen, der mir, gegenseitige Sympathie vorausgesetzt, eventuell ein Plätzchen für die Zukunft hätte anbieten können. Ich durfte sogar richtig ausschlafen, damit ich ja blendender Laune bin! Tja – irgendwie hat mich der Knabe dann versetzt und nicht mal abgesagt – hab´ ich meiner Pflegemutter ja gleich gesagt: länger als fünfzehn Minuten wartet man auf keinen Kerl und wenn er noch so eine weite Anfahrt hat!!! Aber nein, wir standen ewig da rum und warteten, eiskalt war´s – aber glaubt ja nicht, ich hätte hinterher Mitleid mit ihr gehabt, nee, nee, meine Runde wollte ich dann schon noch laufen, ich kann gut weghören, wenn die mit den Zähnen klappert …. Und noch was verrat' ich Euch: ich bekomme jetzt mehr zu essen!!! Am Montag stellten die nämlich fest, dass ich schon wieder knapp ein Kilo abgenommen hatte (eine 26 vor dem Komma!!!!!) und meinten, das wäre etwas zu rasant …. Ich finde, es steht mir (guggst du hier)– vor allem, auf einmal bekomme ich richtig nett Komplimente, sagte doch neulich eine Frau zu mir, ich sähe aus wie der Wolf aus dem Film „Der mit dem Wolf tanzt“ ….
Donnerstag, 16. Dezember 2004
Endlich mal wieder Sonne, leider nur ganz kurz, dann Regentropfen – hatte ich es erwähnt, Regen ist dann nicht unbedingt das Wetter, bei dem ich raus muss? Da gehe ich nur im Notfall vor die Tür und dann bitte nicht weit weg – nasses Fell und Wasser in den Ohren – igitt! Na ja, bevor der Regen kam, hatte ich einen richtig guten Tag – meine Pflegemutter meinte allerdings, ich sei ausgesprochen kindisch, aber die ist ja nie einer Meinung mit mir. Nicht nur ich, sondern auch die meisten anderen Hunde waren ausgesprochen guter Laune und da ergab sich halt das eine oder andere kurze Spielchen. Und richtig flott war ich heute auch unterwegs, überall gab´s was zu hören, sehen, riechen, da muss sich Hund schon sputen, dass er alles mitbekommt, nach drei Wochen Nebel waren selbst die Wildtiere sämtlich auf den Beinen. Stellt Euch vor, ich habe einen Baum gesehen, da saßen vier Eichhörnchen auf einmal drin!!! Selbstverständlich habe ich mich da sofort auf meinen Popo gesetzt und das ganze ausgiebig studiert – so was sieht man ja nicht alle Tage!! Nur mit Mühe war ich da wegzubekommen … Später, einen laubbedeckten, abschüssigen Weg runter hab´ ich mich dann kurzfristig mal vom „Acker gemacht“, die Zweifüßler brauchen immer ewig, wenn die da runter müssen und so viel Zeit hatte ich heute einfach nicht. Also Turbo rein und samt Leine „hui - ab durch die Mitte“, nicht weit, nur bis zum nächsten Eichhörnchenbaum, meine Pflegemutter war ganz nett stinkig, aber was kann ich denn für, wenn sie so lahm ist?? Treffen wir einen Mann mit Kind im Wald. Sagt der zu seinem kleinen Sohn: „Schau, jetzt sehen wir doch noch einen Wolf!“ – der Kleine hat sich fast in die Hosen gemacht, als ich an ihm vorbei ging – Väter!!!!!
Dienstag, 21. Dezember 2004
Es gibt jemanden, der kann mich offensichtlich ganz und gar nicht leiden, dass ist der, der für´s Wetter zuständig ist. Neulich schon der Nebel, der den Malamut verschluckte und vorgestern schickte er Schnee, jede Menge Schnee – nicht hier bei uns, sondern im Schwarzwald und so …. Hat er sich aber diesmal getäuscht: die Familie kam doch!!! ätsch! Tja Leute, was soll ich sagen – ich fand die schon ganz nett, vor allem den, der eigentlich nicht so auf Hunde steht (aber Hundebauch kraulen kann er klasse!). Morgen werd´ ich mir das mal ganz genau durch den Kopf gehen lassen, da fahr ich nämlich mit meiner Pflegemutter hin und schau mir das ganz genau an, vor allem das Ding, das Nymphensittich heißt. Das muss was ganz besonderes sein, denn angeblich steht und fällt der Platz damit, wie ich mich dem gegenüber benehme. Jetzt drückt mir mal die Daumen, ja??? Und legt ein gutes Wort für mich beim Wettermacher ein, der legt mir bestimmt wieder „Steine“ in den Weg ….
Mittwoch, 22. Dezember 2004
Tja Leute, was soll ich sagen? Die Wahrheit ist nämlich wenig schmeichelhaft für mich, aber andererseits: schwindeln hilft auch nicht! Meine Pflegemutter wäre hoch zufrieden gewesen mit dem Platz, super geeignet für einen älteren Hund, traumhaft schön gelegen für herrliche Spaziergänge und ein großer Garten wäre auch da gewesen. Die Leute super nett, sehr bemüht – ich hab´ gleich meine Chance gesehen! Die Ohren auf Durchzug gestellt und geschaut was passiert …. mich in die Leine gehängt und abgewartet …. – das hätte auch funktioniert, hätte die Pflegemutter mir nicht zwischen rein gefunkt und gesagt, dass ich mich absolut daneben benehme und die Nettigkeit dieser Menschen schamlos ausnütze. Und dass sie mich nicht da lassen kann, denn einen Haustyrannen hätten diese Menschen nicht verdient – Tyrann? Wer? Wo? Ich doch nicht!!! Die Heimfahrt begann natürlich mit einer gesalzenen Ansprache – Grundtenor war irgendwie, dass Plätze für ältere Hunde eh dünn gesät wären und Hund seine Chancen nicht so leichtfertig verspielen könne und was überhaupt in mich gefahren wäre – das übliche menschliche blablabla eben – ich soll auf jeden Fall jetzt konsequente Leute mit etwas Hundeerfahrung bekommen, damit die meiner offensichtlich vorhandenen Menschenerfahrung auf jeden Fall gewachsen sind …….
Freitag, 24. Dezember 2004
AHA – Familienfest, hab ich an dem Tannenbaum erkannt, der jetzt in der Bude rum steht, man hat ja Erfahrung. Das Highlight war natürlich Oma, wie immer mit einer Tüte Leckereien, die ich ihr systematisch abgeluchst habe – ich kann ja so nett gucken!!!! Die Menschen wissen nie, was sie wollen und meine Pflegeeltern sind da keinen Deut besser, sollte mal einer der Nothilfe stecken, was die so treiben! Normalerweise werde ich immer verscheucht, wenn ich meine Nase in die Einkaufstüten stecke, aber heute, heute haben sie mir tatsächlich eine Papiertüte hingestellt, aus der es verflixt gut roch! Dann fordern die mich auf, da meinen Kopf hineinzustecken – ja bin ich doof und mach das? Da werd´ ich dann mit Sicherheit vermeckert …. Nöö, ich habe brav davor gesessen und kleine Seen auf den Boden getropft, irgendwann hat mir der Junior dann wenigstens das Schweineohr und ein paar Leckerchen rausgeholt. In der Nacht, als alle schliefen, bin ich dann leise an die Tüte geschlichen und habe mir die restlichen Leckerchen geholt, auch so ein komisches Ding, das aussieht wie ein Knochen, aber sich nicht ordentlich beißen lassen will, das wird zwar ein bisserl weich nach ´ner Zeit, aber wenn man dann aufhört, ist am nächsten Morgen wieder alles hart – merkwürdig!
Sonntag, 27. Dezember 2004
Heute bin ich auf die Eckbank gesprungen, weil ich aus dem Fenster sehen wollte, wo denn diese Katze ist, die da so miaut – puh, das „Nein“ klang aber ziemlich sauer, da bin ich gleich wieder runter. Aber die Katze miaute weiter und ich hatte echt zu kämpfen zwischen Neugierde (Jagdinstinkt?) und Erziehung! Stellt Euch vor, die haben dann alle gelacht und gesagt, die Katze sei auf der CD – kann mir mal einer sagen, wo „Aufderzehdee“ liegt? Aber Ihr seht – der Tierarzt hat mich wieder absolut „flott bekommen“, ich kann derzeit sogar einen gewissen Nachholbedarf (für die Monate mit der Bandscheiben-Entzündung) nicht leugnen – das Leben kann so wunderschön sein!!!
Samstag, 01.Januar 2005
Silvester??? Gähn – nichts als müde wird man da….. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum die Menschen einmal im Jahr so abdrehen müssen – diese Dauerknallerei in den Tagen vorher und nachher ist echt zu blöd, vor allem muss es ja einen Heidenspaß machen, das ausgerechnet zwischen den Häusern zu machen, wo es richtig derbe knallt. Meine Menschen haben auch ein bisschen mitgemacht: Tisch-Feuerwerk, angeblich wegen dem Junior (aber die Großen fanden das glaube ich, auch ganz nett). Ich lag daneben und passte lieber auf das Knabbergebäck auf – leider wollte das partout nicht runterfallen!! ärgerlich wurde ich erst, als nachts um eins noch mal welche zwischen den Häusern anfingen mit Böllern – irgendwann will man ja mal schlafen, oder? – da habe ich die Pflegemutter angewufft, sie soll für Ruhe sorgen, aber die meinte nur, da könne man nichts machen – pfff, nicht mal versucht hat sie es!
Dienstag, 04. Januar 2005
Heute ist vielleicht ein komischer Tag: der Pflegevater ist die erste richtige Runde mit mir gelaufen, das macht der sonst nie! Aber klasse war´s – eineinhalb Stunden bei richtig schönem Wetter. A propos Wetter – meine Arthrose findet den Wetterumschwung natürlich nicht so toll, ich laufe etwas „unrund“ los, aber dann geht das schon. Am späten Nachmittag haben wir dann noch jemand getroffen, den nennt die Pflegemutter „Kartoffelmännchen“, weil er so eine Nase hat, die aussieht wie – na Ihr wisst schon was – dem seine Hündin ist gleich auf mich losgegangen – boah – da hab´ ich mich aber auch ins Zeug gelegt. Aber wir sind ja beide trotz allem besonnene Hundedamen und haben nur ein wenig in der Luft herumgekeift, nach 5 Sekunden war alles vorbei und wir haben uns hinter unseren Menschen verkrochen, die nicht mal Zeit zum Zwischen-rein-schimpfen hatten.
Donnerstag, 06. Januar 2005
Was für ein Tag! Auge in Auge mit einem Reh – auf nur zwanzig Schritt. Wir standen wie die Salzsäulen und beobachteten uns, schätzten uns ab –und wer funkt nicht wieder zwischen rein? Meine Pflegemutter, völlig unbedarft, quatscht mir das Ohr voll, ich solle jetzt mitkommen – die hatte das gar nicht gerafft, dass da ein Reh ist! Dass Menschen mit so einer Nase und solchen Augen Hunde führen dürfen, das ist doch eigentlich Nonsens – wir Hunde sollten die Menschen führen!!! Langer Rede, kurzer Sinn, das Reh ergriff das Weite und mir blieb wie immer das Nachsehen – hmpf! Nicht besser lief die Sache mit den Katzen: am letzten Haus, einem Bauernhof, rennt immer so eine dreifarbige rum, die ist ein bisserl lebensmüde (denke ich mal, sonst wäre sie nicht immer so unvorsichtig, wenn Hunde kommen). Wir kommen um die Ecke und schwupp, drei Meter noch. Ich bin ganz cool geblieben, drei Meter langt nicht, wenn man einen Mensch am Ende der Leine hat, habe der Katze nachgeschaut, wie sie auf einen Holzstapel hüpfte und sich oben im Schuppen einquartierte. Sie schaute runter, ich hoch – beide ganz gelassen. Ich bin dann einfach weitergelaufen. Abends sah das dann ein wenig anders aus: letzte Runde mit dem Pflegevater, ich eigentlich schon komplett lustlos und vorzeitig umgedreht, irgendwann will Hund ja mal in seinen Korb. Plötzlich raschelt es in der Tanne neben mir, heraus rennt eine Katze, mir fast unter der Nase durch – da musste ich mich ja in Bewegung setzen, oder? Die Katze, gar nicht ungeschickt, erkletterte den nächsten Baum und ich setzte mich mal unten drunter. Wurde aber nichts mit „Problem aussitzen“, denn jetzt wollte der Pflegevater heim – was ich immer sage, schaff Dir einen Menschen an und das wird nix mit der Jagerei!
Freitag, 07. Januar 2005
Nun – das ist nicht mein Tag, fing auch schon ganz bescheiden an! Aufstehen noch vor acht – und das mir!!! Aber ich bin ja tapfer und brav mit nach draußen gewankt und noch viel tapferer marschiert, bis – ja bis …. Da fährt es mir doch auf einmal in das linke Vorderbein, ich denk erst, wo bin ich denn jetzt drauf getreten, aber nein, trotz Schütteln wurd´s nicht besser. Na heiter denke ich mir und hüpfe auf drei Beinen weiter – ein Bild des Jammers. Die Treppe hab´ ich dann fast nicht geschafft und mir mein Essen herantragen lassen, die waren auch ganz nett und haben mir alles vors Maul gestellt. Je länger der Tag dann ging, desto besser wurde es dann mit mir, nachmittags konnte ich sogar langsam aber stetig spazieren gehen – richtig fix wurde ich dann beim Anblick von einigen Schafen – Spontangenesung nennt man das glaube ich *gg Wird trotzdem Zeit, dass ich was „Anständiges“ zum Wohnen finde, irgendwann kapituliere ich vor dieser dämlichen Treppe hier!
Donnerstag, 13. Januar 2005
Na das war ja heute wieder ein Tag! Tierarztbesuch!!! Hätte ich mir ja eigentlich denken können, nach der Sache vom Freitag und den Tagen danach. Fing wie immer ganz harmlos an: wiegen – hab´ ich damit etwa ein Problem? Nee- ohne Diät trotzdem noch ein bisserl was abgenommen, aber das wusste ich ja schon, kriege ja in letzter Zeit oft beim Spazieren laufen von Fremden zu hören „das ist aber auch noch eine junge ….“ – pfff, als könnte man nicht im Alter auch noch Figur haben!!! Dann kam der erste Hammer: Blut abnehmen, schon wieder, was der wohl mit dem ganzen Blut macht?? Und dann kam´s richtig dicke: Beweglichkeit der linken Schulter. Nun ja, erst habe ich gefiept, dann gejammert, aber das hat diesen gelbfüßigen Tierarzt gar nicht interessiert – die Pflegemutter sagt noch, jetzt schnappe ich gleich – da reißt der dermaßen an meinem Vorderfuß, dass mir alles vergeht – ich schreie, fahre rum und schnappe in die Luft. Reaktion hat er, das muss man ihm lassen! Was war ich froh, dass ich von diesem Tisch durfte! Ach übrigens – ich habe beim Hochheben gar nicht gejammert, nicht ein Tönchen, nur große Augen gemacht, aber die Bandscheibe ist tatsächlich wieder in Ordnung!
Montag, 17. Januar 2005
Meine Untersuchungsergebnisse lassen auf sich warten – die Pflegemutter telefoniert seit Samstag dahinter her, aber das Labor rückt die einfach nicht raus …. Diesen Wetterumschwung habe ich gut weg gesteckt – gestern war´s noch eisigkalt, heute haben wir einen super tollen Spaziergang in strahlender, wärmender Sonne gemacht, fast zwei Stunden lang, gemütlich, aber stetig. Und jetzt werde ich mich erstmal ausschlafen – mein unheimliches Quitschie ist eh schon wieder kaputt und keiner repariert´s!!! Ach, Ihr wisst nicht, was ich meine? Nun ja, eigentlich mache ich mir ja nichts aus Spielsachen, aber ich habe da so Plüsch-Sachen entdeckt, die machen „Quietsch“, wenn man an der richtigen Stelle drauf beißt – nun ja, da kann ich einfach nicht widerstehen! Und manchmal, da komme ich dann richtig in Rage bei und beiße und beiße und quietsche und quietsche und ups – plötzlich kommt dann so weißes Wattezeug irgendwo raus, da kann man dran ziehen und dann kommt noch mehr und mehr … Vor ein paar Tagen hat die Pflegemutter eineinhalb Stunden gebraucht, bis das Teil wieder zusammen war (ich hatte vier Einzelteile draus gemacht!) – da war sie dann irgendwie leicht säuerlich. Ich saß übrigens brav daneben und habe gewartet, bis sie endlich fertig war. Nur wenn ich so richtig am Quietschen bin und man nimmt´s mir weg und hält´s mir wieder hin, dann bin ich ein bisserl arg schnell und schon mal unvorsichtig behaupten die Pflegeeltern – ist ja auch ein blödes Spiel: wegnehmen und hinhalten! Quietschen macht viel mehr Spaß! Fangen kann ich übrigens auch ganz gut …..
Donnerstag, 20. Januar 2005
So, Leute, jetzt habe ich es tierärztlich geprüft: keine Borreliose, keine Autoimmun-Krankheiten und auch kein Rheuma. Das bedeutet, dass ich eigentlich fast kerngesund bin, das bisserl aufziehende Arthrose halt … - meine Pflegemutter sagt, wenn ich nicht so ein wenig wehleidig wäre und immer gleich eine „Staatsaffäre“ aus jedem Zipperlein machen würde, dann bräuchten wir auch nicht hin und wieder Metacam (schmerz- und entzündungshemmend) unters Futter zu mischen. Also bitte! Was weiß die schon von meinen Unpässlichkeiten??? Wer steckt in diesem Husky-Pelz – sie oder ich?? Irgendwann werde ich mich doch noch bei der Nothilfe für Polarhunde e.V. über dieses „Personal“ beschweren – als ältere Hunde-Dame kann man schließlich ein Minimum an Respekt und Rücksichtnahme erwarten, oder?
Sonntag, 30. Januar 2005
Tja – wie erkläre ich Euch jetzt, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe? Nun, peinlich aber wahr, ich hatte da ein klitzekleines Problem mit meiner Blase – Inkontinenz heißt das wohl in der Fachsprache. Kommt bei älteren, kastrierten Hündinnen gar nicht so selten vor und ich war auch nur ein ganz kleines bisschen undicht. Mit Hormontabletten kann der Tierarzt das in 90 % der Fälle beheben – bei mir übrigens auch, Testphase ist abgeschlossen, bin wieder dicht! Aber jetzt kosten meine Medikamente halt noch ein wenig mehr, ich vermute, das ist nicht gut für meine Vermittlung, oder? Wir sind übrigens seit einer Woche komplett mit Schnee zugestäubt – mir gefällt das, aber langsam wird´s glatt beim Laufen, das mag ich genauso wenig wie Streusalz und Splitt. Wenn sich da was in den Haaren zwischen meinen Ballen verhängt, dann hebe ich immer ganz anklagend die Pfote und laufe keinen Schritt mehr. Erst wenn das „Servicepersonal“ das Zeug herausgefummelt hat, geht es weiter. Und der Oberhammer: heute kam JACK an!! Ich bin ja gar nicht begeistert und zicke gerade nach bestem Wissen und Gewissen! Warum sollte ich mein schönes Zuhause teilen? Was bringt mir das? Meine Pflegeeltern sagen, ich sei egoistisch und Jack hätte schließlich gar niemanden mehr, sein Herrchen sei verstorben. Und wie Tierheim wäre, das sollte ich ja bestens wissen. Na ja- ich reiße mich dann immer kurzfristig zusammen, denn Tierheim ist wirklich doof – aber lange hält das nicht vor! Das ist aber auch ein Bauerntrampel, dieser Jack, kommt aus der hintersten Eifel, wo sich Has und Fuchs gute Nacht sagen, kann nicht ordentlich an der Leine laufen und stellt Euch vor: der lupft überall in der Wohnung das Bein! Ihh – wie ekelig!! Das einzig Coole an Jack ist, dass er mich total gut aussehen lässt: der trampelt dermaßen durch die Gegend, da wirke ich wie eine Ballett-Tänzerin! Und das allerbeste: Jack ist total fett, Modell umgefallene Tonne, daneben sehe ich aus wie die Greta Garbo der Hunde! Trotzdem könnte er von mir aus sofort wieder verschwinden …. Meine Pflegeeltern sagen, ich soll mir jetzt gut überlegen, was ich tue, ewig würden sie uns nicht getrennt durchs Treppenhaus lotsen und ich solle mich nicht darauf verlassen, Altersbonus oder Erstanwesenheitsbonus zu haben ….die haben mich gar nicht wirklich lieb und ich bin ja so eifersüchtig auf Jack - heulllllll
Montag, 07. Februar 2005
Die erste Woche mit Jack, dem Trampel, habe ich hinter mich gebracht – das war dann überhaupt nicht witzig, zumindest nicht für mich. Spazieren gehen mit dem ist eine einzige Katastrophe – der kann und kann nicht geradeaus laufen, ständig im Zick-Zack hin und her. Dabei nimmt der überhaupt keine Rücksicht drauf, ob ich da irgendwo stehe oder gehe – der rennt einfach in mich hinein, manchmal so frech, dass er mich Hucke-Pack hat – da ist dann auch meine Engelsgeduld mit ihm zu Ende und ich zeige ihm mal meine schönen großen Zähne, nur so als Warnung. Auch mit anderen Hunden ist er so, ich gehe dann immer ein paar Schritte auf die Seite, nicht dass die anderen denken, ich finde Jack´s Verhalten toll – aber wenn ihm dann einer warnend die Zähne zeigt, muss ich halt doch hin und ebenfalls mein Gebiss auspacken, Jack ist zwar doof, gehört aber jetzt zu meinem Rudel und muss beschützt werden. Zu Hause ist es mit Jack auch nicht mehr so schön – ständig muss ich aufstehen und schauen, was er jetzt wieder anstellt, vor lauter Aufregung habe ich schon einen ganz nervösen Magen und muss mich häufig übergeben – weil ich im Gegensatz zu Jack ja reinlich bin, haben wir jetzt lauter frisch gewaschene Hundekörbe und Decken. Wird nicht lange vorhalten, so wie der immer durch den Morast rast – ein richtiger Schweineigel halt – und das mir, wo ich so penibel sauber bin!!!! Meine Pflegemutter macht sich langsam Sorgen, weil ich so klapperdürr geworden bin – hatte ich es nicht vor Wochen gesagt: die machen einen Hungerhaken aus mir!!!!!! Tagsüber kommen wir ja im Großen und Ganzen miteinander aus, wenn er mich gar zu sehr nervt, warte ich, bis er irgendwo rein läuft und lege mich dann quer vor die Tür – dann traut er sich nämlich nicht vorbei und es ist mal eine Weile Ruhe mit dem ewigen Rumgerenne. Abends, wenn der Pflegevater zu Hause ist, dann zoffen wir uns meistens ein wenig – Jack glaubt doch tatsächlich, er könne da die erste Geige spielen – aber nicht mit mir! Oh nein, da verstehe ich gar keinen Spass. So, jetzt muss ich mich aber mal um die häusliche Ruhe kümmern, der Jack saust schon wieder hin und her, dass man ganz jeck wird, wird Zeit, ihn irgendwo „dingfest „ zu machen ….
Mittwoch, 09. Februar 2005 Also ehrlich Leute: Jack ist furchtbar anstrengend – könnt Ihr Euch denn nicht mal meiner erbarmen und den Kerl irgendwohin vermitteln? Spazieren gehen mit dem ist wie Box-Auto fahren und nach meinen geliebten Mauswurfshügeln kann ich auch nicht mehr in Ruhe schauen, der trampelt ja wie ein Elefant über alles drüber, da rast jeder Maulwurf sofort in seine Höhle! Davon mal abgesehen – heute ist eh nicht mein Tag! Ich bin so was von schlapp, das gibt´s schon gar nicht mehr. Und der Pflegevater lässt Jack neben sich liegen beim Fernsehen – das ist mein Platz, auch wenn ich ihn grad nicht haben will!!! Boah, dem Jack hab´ ich dann aber Bescheid gesagt, der traut sich das nicht noch mal!
Donnerstag, 10. Februar 05
Montag, 14. Februar 2005
Sonntag, 20.02.2005
Donnerstag, 24.02.2005
Montag, 28. Februar 2005
So, nu isser weg, der Jack!!! Was für eine himmlische Ruhe und Stille!! Am besten gefallen hat mir übrigens, dass die (Jacks neue Familie) im ersten Moment dachten, hier wären drei Hunde – nie im Leben hätten die mich für Ginger gehalten, mit der Figur wäre ich mal wieder als „Jungspund“ durchgegangen …. Ich liebe solche Momente!!! Anstandshalber habe ich übrigens noch zwei Stunden auf dem Teppich hinter der Tür gelegen und gewartet, ob sie Jack nicht doch wieder zurück bringen – aber dann habe ich beschlossen, jetzt ist alles so wie vor Jack …. Abends lag ich beim Fernsehen ganz entspannt bei meinem Pflegevater und habe es genossen – alles wieder meins!!! Es ist auch wie vor Jack: meine Futterschüssel bleibt stehen, wenn ich sie nicht ganz leer mache (und ich hebe mir eigentlich gern ein paar Brocken für später auf), ich darf länger schlafen und ganz gemütlich vor mich hinbummeln, ohne angerempelt oder fast umgeworfen zu werden – wenn wir nicht satte 11 (in Worten: elf!!!!) Grad minus gehabt hätten heute morgen, dann wäre es ein richtig gelungener Start in den Tag gewesen … So, jetzt muss ich aber los, mittlerweile scheint die Sonne und wärmt - Zeit, einen Spaziergang zu machen, was für die Figur tun ….
Samstag, 05. März 2005
Sonntag, 06. März 2005
Na, dann will ich "meine Fans" mal nicht
enttäuschen!
Freitag, 11. März 2005
Donnerstag, 17. März 2005
Jetzt wird es also doch noch Frühling!!! Ihr habt ja keine Ahnung, wie viele Hunde es hier eigentlich gibt – ich frage mich nur, wo die in den letzten Monaten alle waren? Nun ja, einige scheinen sich recht wenig bewegt zu haben in letzter Zeit, die haben ordentlich was auf den Rippen – da sehe ich immer besonders gut daneben aus! Am Sonntag war wieder „Tanten-Tag“, die Pflegeeltern haben mich und den Junior einfach dagelassen und sind verschwunden. Die Tante kam dann irgendwann, hat sich wieder vor den Fernseher geklatscht und sich erst mal nicht mehr bewegt. Selbst das Essen hat sie mit vor den Fernseher genommen!! Irgendwann – ich hatte schon alle Hoffnung aufgegeben, ist sie dann doch aufgestanden und mit mir fort gegangen, immerhin, danach habe ich sogar was zu Essen bekommen, bevor sie sich wieder vor den Fernseher geknallt hat. Merkwürdige Menschen gibt es doch! Ich war ganz schön froh, als abends die Pflegeeltern wieder da waren! Manchmal kann ich mich nämlich sogar richtig heftig freuen – so mit ein paar kleinen Bellern und Rumgetänzle wie ein Pferd in der Manege – komischerweise freuen sich die Pflegeeltern dann auch immer und lachen. Im Schwarzwald scheint es auch warm zu werden, denn die Glotter und die Elz hier sind voller Wasser. Heute morgen bin ich in die Glotter reingeplumpst – irgendwas roch interessant, das Ufer war sehr steil und steinig an der Stelle und ich habe mich lang und länger gemacht… na ja, dann ist es halt passiert: plumps! Zuerst fand ich das nicht schlimm und schnuffelte erst mal in allen Ritzen und Spalten zwischen den Steinen am Ufer – komisch wurde mir aber, als ich merkte, dass man da gar nicht richtig laufen kann, weil das Wasser so hoch ist und so schnell fließt. Da habe ich dann ein ziemlich unglückliches Gesicht gemacht – aber nach gut fünf Minuten und zweimal böse Abrutschen hatte ich es dann doch geschafft und mich aus der misslichen Lage befreit – hätte nicht gedacht, dass es so steil nach oben bzw. unten geht … Zuhause hatte ich dann ganz schön zu tun, bis ich mein Fellkleid wieder einigermaßen in Form hatte …
Dienstag, 22. März 2005
Samstag, 26. März 2005
Gestern war der Pflegevater den ganzen Tag unterwegs, mittags wurde dann wie wild telefoniert und mit SMS um sich geschossen, Riesenhektik brach aus –hmm???? Abends kam der Pflegevater, der roch eindeutig nach fremdem Hund, aber er kam alleine - ????? Heute sind dann alle Erwachsenen verschwunden, später, als der Junior mit mir eine kurze Runde lief, sah ich einen fremden Hund in meinem Auto sitzen!!!! Als die Pflegemutter später kam, roch sie genauso wie der Pflegevater gestern - ????? Am Nachmittag, so gegen drei, klingelte es dann – das ist immer gut! Voller Hoffnung wackelte ich zur Tür – ha! Glück gehabt! Mein Lieblingspaketbote kam, mit einem riesigen Paket, das kenn ich schon, der bringt ab und an Hundekörbe von ebay vorbei! Deswegen ist er natürlich nicht mein Lieblingspostbote, schließlich habe ich ja schon einen Korb und in zwei gleichzeitig kann ich ja schlecht schlafen! Nein, diesen Paketboten finde ich so toll, weil er immer einen Hundekuchen aus der Tasche zaubert, groß wie ein Nürnberger Lebkuchen und den kriege ich dann immer. Selbstverständlich nehme ich ihn damenhaft und leicht zögerlich – er soll ja nicht denken, ich sei gierig. Dann hüpfe ich samt Hundekuchen in meinen Korb und warte einen Moment, ob einer schimpft oder ihn mir wieder wegnimmt. Erst wenn der Paketbote weg ist, fange ich langsam an zu kauen, mit Genuss – die Post hat nämlich leider mehrere Ausfahrer und nur dieser eine hat Hundekuchen! Euch wünsche ich allen schöne Osterfeiertage – ordentlich suchen, ja?
Samstag, 02. April 2005
Jetzt habe ich aber eine Menge zu erzählen – hat ja im Moment keiner Zeit, was aufzuschreiben, fast könnte man sagen, ich fühle mich vernachlässigt – wie gesagt: fast! Mein Ostersonntag war dann nicht so berauschend – ich habe diesen Hund kennen gelernt, nach dem die hier seit neuestem dauernd riechen, wenn ich alleine zu Hause bleiben musste – richtig berauschend ist der dann nicht! Hat mich gleich dumm angepampt – ja was glaubt denn der, wer er ist? Selbstverständlich ist es unter meiner Würde, mich mit so einem zu beschäftigen, erst einen auf aufdringlich machen und dann pampig werden – nee – den hab´ ich grad stehen lassen….. Nachmittags haben wir dann die Oma besucht, die nur so heißt, aber keine Leckerle für mich hat. Die hat eine Tür, hinter der es äußerst interessant piept und zwitschert – was habe ich da davor meinen Kopf verdreht und an den Ritzen geschnuffelt, aber auf ging die blöde Tür nicht. Zwischendrin habe ich mich dann ein wenig kraulen lassen, den Küchenboden gründlich sauber gemacht und unter Omas Stuhl die Brösel vom Kuchen aufgeputzt. Das unentwegte Zwitschern und Piepen hat mich irgendwann dann so interessiert, dass ich meine komplette Erziehung vergessen und an der Tür ein wenig gekratzt habe – ja, ich weiß, gehört sich nicht, hab´ auch gleich aufgehört, als die Schimpferei losging. Klasse war, dass Junior von Oma einen Teller mit Heu und süßen Sachen bekommen hat, den hat er zu Hause auf den Wohnzimmertisch gestellt – die Pflegemutter hat das gar nicht gesehen und ich habe nichts gesagt. Der Pflegevater hat es zwar gesehen, aber sich nichts bei gedacht. Der Teller stand auch noch am nächsten Tag da, als der Pflegevater aus dem Haus ging wegen dem anderen Hund und der Junior noch pennte. Die Tür von der Pflegemutter ihrem Zimmer war auch zu – mein messerscharfer Schluss daraus: Ginger ist allein daheim! Bei meinem Kontrollgang durch die noch offenen Räume kam ich dann im Wohnzimmer vorbei und just da überkam mich der „kleine Hunger“. Tja, da konnte ich diesem Teller nicht widerstehen – selbstverständlich habe ich alles fein säuberlich ausgepackt, Alufolie ist ungesund für Hunde!! Einen Teil habe ich direkt verspeist, den Rest habe ich raus getragen und auf dem Teppich im Flur vernichtet – mein Urteil: sehr lecker, feine Ostern!!! Die Pflegemutter hat natürlich fürchterlich geschimpft, nicht mit mir, mit beiden Männern, von wegen hirnlos und wie kann man nur … Schokolade könne für Hunde tödlich sein … In den letzten Tagen war es dann immer so, dass der Pflegevater morgens ungewohnt früh aus dem Haus ist, meinen Nachmittagsspaziergang hat man mir deutlich zusammen gestrichen und ganz oft geht da auch der Junior mit mir, die Pflegemutter fährt mit dem Auto weg und riecht, nachdem sie ziemlich lange weg war und ich meist alleine zu Hause hocke, wieder nach dem anderen Hund. Dafür gehen wir dann abends noch mal lange – nun ja, mit mir kann man´s ja machen! An dem einen Abend habe ich einer Maus hintergeschnüffelt und die ist unter so Blechdingern verschwunden – die hatte ich beim Hinterherstupsen mit der Nase erst gar nicht gesehen und habe mir an den blöden Dingern den Nasenrücken aufgerissen – boah hat das geblutet ….! Ist aber dann bald zugegangen – aber da stecke ich meine Nase nicht mehr rein! Freitag waren wir dann noch mal dort, wo der andere Hund wohnt – ich war ja sehr gelassen, schließlich wusste ich ja, wie er riecht und wie er aussieht – mein Gedächtnis ist noch ganz o.k.. Aber irgendwie war was anders, der hatte hinten ein Pflaster, die Haare waren weg und noch so einiges – hat sich was mit Rüde würde ich sagen…. Tja was hilft mein ganzer guter Wille – er hat´s wieder vergeigt! Als ich zum Pflegevater hingelaufen bin, hat er mich völlig ohne Grund und ohne Vorwarnung auf einmal attackiert, mich so ordentlich gezwickt, dass ich gleich schreien musste – mit Leidensmine und jammernd habe ich auf drei Beinen das Feld geräumt … Die Pflegeeltern sagen, jetzt sei gut, dieser Mini-Rambo könne gucken, wo er bleibe, aber nicht bei mir… Sag ich auch!!! So benimmt man sich ja wohl kaum einer Dame gegenüber, Rüpel, elender!!! Natürlich habe ich nicht lange gehinkt, abends war´s schon fast wieder gut, der hat mich halt so feste gezwickt, dass es eine kleine Schwellung gegeben hat, die mich jetzt etwas stört …- egal, Hauptsache, ich bin ihn für immer los! Ach ja, zwei so halbverhungerte Mäuse habe ich die Woche auch erwischt – der Winter war einfach zu lange – die habe ich aber lieber „eingetauscht“ als selber gefressen, hoffentlich gibt´s bald wieder Jungmäuse, die sind besser! So – jetzt muss ich aber los, das Wetter ist bombastisch, Zeit, eine Runde spazieren zu laufen …
Dienstag, 05. April 2005
So langsam aber sicher fängt mir das hier ganz kräftig an zu stinken!!! Das bürgert sich hier echt ein, dass ich alleine zu Hause rum sitze und gucken kann, wie ich mir den Nachmittag vertreibe! Und die Spaziergänge mit dem Pflegevater haben sich auch komplett erledigt – dafür riecht er jeden Tag nach diesem komischen anderen Hund! Und die Pflegemutter auch, wenn sie abends durch die Türe fällt! Dabei habe ich schon alles probiert, damit die mit dem Blödsinn aufhören: sämtliche Begrüßungsformeln habe ich schon durch, von einfachem Anwuffen bis hin zum Begrüßungs-uhhhh – heute habe ich dann mal härtere Seiten aufgezogen und beide beim Heimkommen ignoriert, mal sehen, ob das nun hilft! Nein – es ist nicht so, dass ich wirklich zu kurz komme, zumindest nicht beim Spazierenlaufen, gestern waren wir sogar auf dem Wieser Eck, hoch oben über dem Glottertal, auf dem Weg habe ich drei Mäuse erwischt und zwei Rehe gesehen – mehr hat man mir ja wieder nicht gegönnt außer gucken, dabei fühle ich mich durchaus so einer kleinen Verfolgungsjagd gewachsen, echt! Ich hab´ mich nämlich bombastisch erholt von den Strapazen des letzten Jahres, ich kriege sogar ein kleines bisserl Jagdtrieb auf „Großwild“. Da fällt mir doch die Sache von heute abend ein: wir kommen in den Park gegenüber, meine Nase geht hoch, es riecht anders als sonst, eindeutig! Der Geruch ist schwach, je weiter ich komme, desto stärker wird er – ich erinnere mich, dass sind die Schafe, die im Winter unten auf der Wiese waren. Ich schaue runter – keine Schafe! Wo sind die denn? Vielleicht auf der anderen Wiese, genau zwischen hier und dem nächsten Ort? Lange und gründlich habe ich geschaut, aber da sind keine Schafe! Also wo sind die?? Ich zerre (!!!) die Pflegemutter bis an die Ecke vor, es riecht penetrant nach Schaf, der Boden ist voller Kot, aber zu sehen ist nichts. Es geht mir nicht schnell genug über die Straße, ich bin ganz angespannt, ich schaue, wittere, höre – die Richtung, in der die Pflegemutter geht ist falsch!!! Typisch Mensch – keine Nase für so was! Ich renne also wieder zurück, kurz vor der Straße knalle ich in die Flexi-Leine, die Pflegemutter hat die Bremse rein gehauen und faucht mich an, ob ich überfahren werden will oder was? Quatsch – ich will Schafe!! Nun ja, sie ließ sich partout nicht überzeugen, dass die Richtung falsch ist und so musste ich notgedrungen mit, ich habe mich dann auch schwer beeilt (und sie war am schimpfen, dass es ja schön sei, dass ich wieder so fit bin, aber das gehe nun eindeutig zu weit – auch typisch Mensch, nie mit dem zufrieden, was sie haben!) – richtig kalkuliert, vorne an der Ecke hatte ich die Spur wieder. Leider sind die Schafe in die falsche Richtung, dahin würde ich die Pflegemutter nie bekommen, abends zumindest nicht… Also bin ich ganz gemächlich die Spur rückwärts marschiert – auf die Art und Weise kriegen wir nie frischen Braten auf den Tisch! Maßlos irritiert haben mich auf dem Weg an der Straße lang die Autos, die durch den Kot der Schafe gefahren sind – jedes Mal habe ich gründlich geschaut, ob nicht doch ein „Schaf an Bord“ war, bei dem blöden Bus, wo richtig viele Schafe reingepasst hätten, musste ich sogar ein Stück hinterher laufen, um sicher zu sein, dass es nur die Reifen sind, die da so riechen ….
Mittwoch, 13. April 2005
Wie Ihr seht: ich habe noch immer Schwierigkeiten, Personal zu finden, dass sich um die schriftlichen Tätigkeiten kümmert. Aber nicht nur das, nein, stellt Euch vor, der Bezug von meinem Hundekorb hat ein Loch und nicht einmal das wird geflickt!!! Kein Wunder – der andere Hund ist immer noch irgendwo und unglaublich viel gebürstet wurde auch, ständig wurde ich von vorne nach hinten frisiert und jedes Mal roch die Bürste intensiv nach IHM, also wird ER wohl genauso bearbeitet worden sein wie ich…. Verstanden habe ich diesen Riesen-Aufwand um mein Fell erst einmal gar nicht, schließlich sehe ich immer toll aus! Aber ich glaube, jetzt weiß ich warum: ich bin ein Star! Hey, wer lacht hier? Das ist kein Witz, ich bin ein Fernseh-Star! Aber das erzähle ich Euch jetzt mal: am Montag, also vorgestern, sind alle ganz furchtbar früh aufgestanden. Die Pflegemutter ist dann hin- und her geschossen, Treppe rauf, Treppe runter und hat ganz viele Sachen weggebracht, Näpfe, Fressen, Bürsten – was Hund halt so braucht. Erst dachte ich ja, die wollen mich wegschaffen, aber meinen Korb hat sie nicht eingepackt, also war offensichtlich nur eine längere Abwesenheit geplant. Ich musste dann auch ganz furchtbar früh schon eine Runde laufen und mir dabei ständig anhören „Gin-Gin (das ist mein Kosename), nu bummel net, heut pressiert´s!“ – na, da fängt der Tag doch gleich bescheiden an, oder? Wir sind dann mit dem Auto weggefahren, mir schwante schon Schlechtes, denn auf der Rückbank stand eine große Transportkiste für Tiere – hatten die eventuell vor, den anderen mitzunehmen??? Sie hatten!! Wir sind dahin gefahren, wo ER im Moment wohnt und haben IHN abgeholt. Ich war dann schon leicht irritiert – aber letztendlich: habe ich eine Chance?? Sehr lange sind wir gefahren, irgendwann hat ER dann angefangen zu randalieren, zu bellen, zu singen – würde mir ja nie einfallen, so ein Spektakel zu machen, nur weil ich mal aufs Klo muss! Danach haben wir bald gehalten, der Pflegevater hat IHN raus gelassen, die Pflegemutter mich. Eigentlich wollte sie den beiden hinterher laufen – aber nicht mit mir! Nee, nee – zwischen IHM und mir muss ausreichend Abstand herrschen, auf dem gleichen Weg ist kein Platz für uns! So bin ich also bis ans Ende des Parkplatzes gezockelt und dann erst in den Wald abgebogen – bald hörte ich IHN kläffen: Reh voraus – das lässt mich ja so was von kalt, Rehe sehe ich fast jede Woche…. Nach einer kurzen Runde, leider sind wir uns mal begegnet, ich hätte gut drauf verzichten können, wurden wir wieder ins Auto geladen und weiter ging´s! In einer großen Stadt wurden wir langsamer, irgendwann schimpfte der Pflegevater dann von wegen Verfahren und blöder Beschilderung, aber schließlich sind wir doch angekommen. Ganz in unserer Nähe war ein Transporter auf dem Parkplatz, da waren auch lauter Nordische drin, offensichtlich waren wir mit denen verabredet, zumindest begrüßten sich die Menschen. Allesamt wurden wir noch mal ordentlich gekämmt – pfff, da haben manche ganz schön Fell gelassen, also ich muss sagen, von der Gepflegtheit her, war ich dann doch die Nummer eins! Zugegeben, ER sah auch nicht übel aus, jedenfalls besser als bei unseren letzten Begegnungen, nur sein Verhalten: unter aller Kanone! Ein Gejammer, ein Gezerre an der Leine, eine Unruhe, na ja, bei den anderen waren auch zwei so Hippel dabei, nur der eine, der mit dem Stummelschwanz, der war auch eher mein Naturell, aber ein Schisshase sonders gleichen – kein bisschen weltgewandt der Gute! Alles in allem hingen wir stundenlang auf diesem Parkplatz rum, ab und an ein paar Schritte gehend, einmal sogar eine kleinere Runde mit allen Hunden, eine Schande, wie die sich an der Leine aufgeführt haben, hierhin zerren und dorthin zerren – als wäre da irgendwas besonderes gewesen! Nein, nur Autos, ein wenig Grünstreifen und der Weg und ein paar Menschen, die da rum liefen, eine typische Stadt eben! Ich habe die Gelegenheit genutzt und die unverdaubaren Reste meines Frühstücks dort entsorgt, da fühlt man sich gleich leichter! War auch gut so, denn dann mussten wir in ein großes Gebäude, da hatte es keine Fenster, aber viele Hunde, Katzen und Kleintiere. Die saßen alle in Grüppchen rum und warteten. Etwas abseits vom Trubel habe ich mich dann hingelegt und gewartet. Immer wieder kamen Menschen mit Zetteln und fragten und erklärten, jede Menge netter Gerüche zogen mir unter der Nase vorbei und ich passte gut auf, vielleicht ergab sich ja eine Gelegenheit. Das Beobachten hätte sich tatsächlich fast gelohnt: einmal hatte ich ein Zwergkarnickel fast im Maul und ein anderes Mal zwei so kleine graue Dinger, die Chinchillas heißen, wie ich umgehend belehrt wurde und eben nicht zum Fressen seien – warum nicht, sind die giftig?? Die eine Frau, die mit dem Transporter gekommen war, wurde immer nervöser, zeitweise war sie auch mal ganz weg und der Mann hatte mit den beiden Hunden aus dem Transporter zu kämpfen, die mit uns warteten, einer war schon wieder im Transporter, der sei schon fertig hieß es! Der Pflegevater hat sich eine Weile mit einem Mann unterhalten, der Günter Bloch heißt, der ist Hunde-Kundler. Da ging es natürlich nicht um mich, schließlich bin ich eine gut erzogene Hunde-Dame, sondern um IHN! Irgendwas haben die da verkuddelt, was für IHN gut sein soll und seine Chancen verbessern soll, ein Zuhause zu finden – hey, ich will auch Chancen-Verbesserung! Auf jeden Fall waren wir dann endlich dran, mich haben sie einer fremden Frau gegeben, zu der ich sitzen musste und die unbedingt wollte, dass ich in eine ganz bestimmte Richtung gucke und ständig an mir rum gezogen hat – da bin ich dann boxbeinig geworden, könnt´ ja jeder kommen!! Dann hat sie irgendwas erzählt und die Frau aus dem Transporter kam, aber was die gesagt und gemacht hat, hat auch niemand gefallen und dann hieß es, alles noch mal machen – inklusive dem Geziehe und Gezerre an mir! Irgendwann habe ich dann gesehen, dass der ruhige Rüde aus dem Transporter am Kommen ist, aber da hat mich die Pflegemutter dann gleich abgeholt – Glück gehabt, ich hatte schon Bedenken, wir müssen jetzt alle nebeneinander rumsitzen! Draußen mussten wir dann ziemlich warten, bis alle fertig waren, ER war der letzte, ER wollte ja sowieso mit keinem was zu tun haben und hat ständig rumgeknurrt, sobald was in seine Nähe kam. Sogar Menschen hat der angeknurrt – was für eine Schande!! Wir sind dann zum Auto und ich habe mich riesig gefreut, als die Pflegeeltern seine Box in den Transporter getan haben und wir alleine Richtung nach Hause losfuhren! Tja, was soll ich sagen: die Freude währte nicht lange. Nach wenigen Minuten klingelte das Handy und wir wurden auf einen Parkplatz dirigiert, wo wir IHN samt Box wiederbekamen – die Pflegeeltern waren stinksauer und ziemlich geschockt – offensichtlich wollten die IHN auch nicht wiederhaben! Jetzt ist also wieder alles beim Alten: ich kann mir meine Nachmittage alleine vertreiben, weil die Pflegemutter IHN ausführt und der Pflegevater geht sowieso nur mit IHM – nun ja, gestern mal ausgenommen, da hat er eine Runde mit mir gedreht, weil sowieso alles durcheinander war … Ach so, gesendet wird die Aufzeichnung am 18. April 2005 soweit ich weiß, bei hessen3, die Sendung heißt "Herrchen gesucht" und fängt um 20.45 Uhr an – ich bin die Hübsche, die gleich als allererstes zu sehen ist!!! Wer den Termin nicht schafft, kann am Dienstag (19.) um 12.30 Uhr gucken oder am Sonntag um 8.55 Uhr!!
Dienstag, 19. April 2005
Habe ich doch ganz vergessen, Euch von dem großen „Katzen-Test“ zu erzählen, den haben sie nämlich vor dem Fernseh-Termin noch gemacht! Das war so lustig und hat mir so viel Spaß gemacht, könnte ich glatt jeden Tag noch mal machen….. Sicherheitshalber haben die mir so ein komisches Ding aufgesetzt, Maulkorb heißt das glaube ich, gibt es auch immer bei den Tierärzten und ist einem nur im Weg. Ich auf jeden Fall finde die Dinger doof und scharre dann immer mit der Pfote dran rum. Auf jeden Fall musste ich mit dem Ding in eine Wohnung rein, so wie es aussieht, wohnt da die Tante, zumindest war die schon vor uns drin. Und bevor noch einer recht „Guten Tag“ sagen konnte, kam da eine der größten Katzen, die ich je gesehen habe, den Gang entlang, sieht mich, macht einen Buckel, ich einen Satz (Katze auf zwei Meter – wenn das nicht einen Hupfer wert ist, was dann?) und dann ging´s rund! Zumindest bei der Katze: über die Fensterbank (beiläufig dabei abgeräumt), den Computer, hinterm Bett entlang und dann auf die Stereoanlage und dort versucht die glatte Wand hochzusteigen – ich kam ja schier mit Gucken nicht mehr hinterher (o.k. bei so viel action musste ich ja ein wenig an der Leine ziehen, sonst hätten sie wieder behauptet, ich hätte ein Temperament wie gar keins!). Leider musste ich dann gehen – sie meinten, so viel zum Thema „Katze“, die Pflegemutter blieb noch dort und meinte, jetzt müsse man wohl mal ordentlich aufräumen. Der Pflegevater hat mir auf dem Heimweg erklärt, das seien besondere Katzen dort, Maine Coon, deswegen seien die so groß – er meinte aber auch, die seien doch recht wertvoll und da könne man nicht einfach ans Fressen denken. Die Pflegemutter hat mich dann recht vorwurfsvoll angeschaut, als sie nach Hause kam, geseufzt und den Kopf geschüttelt. Sie hat mich dann gefragt, was das hätte sein sollen – wo ich draußen doch immer so cool wäre mit Katzen…. Menschen!!!!! Was heißt hier draußen cool?? Das ist nicht cool, das ist simple Mathematik, aber davon verstehen die offensichtlich nichts! Im Prinzip ist das ganz einfach: man schaue, wo die Katze ist und wo der nächste Baum oder ähnliches sich befindet. Dann nehme man die Durchschnittsgeschwindigkeit der normalen Hauskatze und setze die ins Verhältnis zu der normalen Geschwindigkeit meiner Person. In den meisten Fällen kommt dabei raus, dass die Katze bereits längst irgendwohin in die Höhe (und somit unerreichbar) verschwunden ist, bevor ich sie erreichen kann. Wozu da also in Bewegung setzen? Nee, nee, bin ja nicht doof! Oder rennt Ihr etwa dem bereits anfahrenden Bus noch hinterher? Ansonsten ist hier alles beim Alten: ich hänge nachmittags alleine rum (aber immerhin, das Loch in meinem Hundekorb ist geflickt – wurde auch Zeit!), die riechen immer noch nach dem anderen Hund und das allerschlimmste: es regnet!!! Und zwar richtig! Da bin ich doch gleich freiwillig stundenlang unsichtbar – nicht dass noch einer auf die Idee kommt, mich da raus zu zerren – boah, ich hasse laufen im Regen!!!! Ach so, gestern abend war die Fernsehausstrahlung – also, wo seid Ihr jetzt mit Euren Waschkörben voll mit Wohnungs-Angeboten, damit ich mir das Passende aussuchen kann????
Freitag, 29. April 2005
Tja, Leute, das war ja wohl nichts! Von wegen Wäschekörbe voll Post!! Die anderen haben übrigens auch nichts bekommen – lag wohl daran, dass vor, während und nach der Ausstrahlung nicht als Regen vom Himmel kam, da war wohl keiner aus dem Sessel rauszubekommen. Diese Woche hatte ich nachmittags sogar wieder Gesellschaft, ER sei jetzt in der Auffangstation bei der Frau Greiner, die würde ihm jetzt mal die Hundesprache beibringen – ob der das wohl lernt? Egal, Hauptsache, mein Leben ist wieder so wie vor fünf Wochen! Ich habe seit neuestem einen Job, jawohl, ich wecke morgens faule Schweine! Da wuffe ich immer, bis die mit den Ohren wackeln und zumindest mal den Kopf heben – zum Aufstehen sind die fast immer zu faul und ehrlich gesagt, so ganz dicht vor mir am Zaun muss ich die nicht haben, da gehe ich dann immer einen Schritt zurück. Ihr dachtet doch nicht etwa, ich meine etwas anderes als rosarote Schweine, die grunzen und sich im Dreck suhlen??? Seit ein paar Tagen haben die auch Jungbullen draußen, die sind auch spannend – solange sie vom Zaun wegbleiben – ich meine, die sind zu viert und ich alleine, außerdem sind die größer als ich und überhaupt ….. Heute habe ich meine erste richtige „Schandtat“ begangen – die Pflegemutter ist kurz aus dem Haus und schwups habe ich vom Küchenbuffet eine Tüte mit Leckerchen geholt und mich mal schnell fürs Alleinebleiben belohnt – Kommentar der Pflegemutter „Das zieh ich Dir vom Abendessen ab!“ – und wenn schon!!! Meinen Lieblingspaketboten habe ich heute auch entdeckt, als ich vom Spazieren gehen kam – der ist aber ins Haus neben dran. Nun gut, dachte ich mir, bleib ich mal ganz unauffällig in der Nähe (die Haustüre stand eh offen), er hat mich auch gleich erkannt als er raus kam und ist einfach mit einem Streicheln an mir vorbei. Da habe ich dann recht konsterniert hinter ihm her geschaut, aber da ist ihm doch eingefallen, dass er was vergessen hat und er hat in die Tasche gelangt und mir einen großen runden Hundekuchen gegeben – so wie immer, nur die Pflegemutter hat kein Paket bekommen, muss ja auch nicht sein…. Den Hundekuchen habe ich an Ort und Stelle, mitten vor dem Eingang zum Nachbarhaus gefuttert –da ich eine ordentliche, saubere Hündin bin, blieb kein Krümmelchen liegen, über das einer sich hätte beschweren können. Wenn ich mich nicht sehr irre, habe ich entweder wieder ein Date oder muss irgendwo so wichtiges hin wie Fernsehen oder so – die Bürsterei nimmt grad schon wieder überhand, wie die Wilde jagt die hinter meinem restlichen, gerade ausgehenden Winterfell her – ich hoffe, der Termin ist bald, die blöde Stillhalterei und Rumzieperei geht mir gewaltig auf den Nerv!
Dienstag, 03. Mai 2005
Tja, Leute, was soll ich sagen : ich habe ein Angebot!!! Jawohl, ein ganz offizielles Wohnungs- und Job-Angebot. Den Mensch dazu kenne ich schon, der war am Sonntag hier und wir sind eine Runde spazieren gegangen – dem macht das auch gar nichts aus, dass ich keine Sportskanone bin und dass ich das Temperament nur mit dem kleinen Löffelchen zu mir genommen habe. Nachdem er nun mich besucht hat, werde ich ihn nun morgen besuchen – schließlich muss man sich ja anschauen, wie man äh Hund so wohnen würde. Eine Tochter hatte der übrigens auch dabei, die war ganz furchtbar müde, mindestens so müde wie ich, wenn ich morgens raus soll, obwohl es noch dunkel ist, aber sonst war sie nett, nicht so aufdringlich. Manche Kinder können ja doch ganz schön nerven, wenn sie ständig an einem rum zupfen müssen. Gebürstet werde ich natürlich immer noch wie wild – die letzten Tage war es hier richtig heiß und ich habe mich daher entschlossen, die restliche Unterwolle mal auszuziehen – Bergeweise kommt das Zeug nun hervor, überall liegen weiße Haar-Woll-Mäuse. Natürlich habe ich rein weiße Unterwolle – was dachtet Ihr denn? Meine Pflegemutter sagt, ich soll mich morgen mal benehmen – will die mich etwa loswerden??? Nun – wir werden sehen …. Heute habe ich übrigens richtig Sport gemacht: bin in einer guten Stunde vom Denzlinger Einbollen bis an die Gundelfinger Bahnlinie und wieder zurück marschiert, die Pflegmutter meinte schnaufend „alle Achtung, das hätte ich Dir nicht zugetraut“ – tja, da siehste!! Ich war nämlich beflügelt vom Ergebnis des heutigen „Abschluss-Wiegens“ beim Tierarzt: 24,85 kg!!! Nicht netto, sondern brutto, also mit Geschirr, Halsband und Leine, der Plunder wiegt immerhin auch seine 500 gr, wir haben das hier mal nachgewogen. Eine Top-Figur so zusagen, oder hieß das Bikini-Figur? Egal – ich sehe auf jeden Fall hinreißend aus!!! Mein Fazit der Diät: mit vier Kilogramm weniger und deutlich mehr Muskeln läuft es sich erheblich besser – andererseits: dem „kleinen Hunger“ widerstehen zu müssen, ist furchtbar schwer!!!! Essen ist halt doch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen!!!!
Mittwoch, 04. Mai 2005
Das Wetter heute war so lala, grade, dass ich meinen morgendlichen Spaziergang noch trockenen Pelzes machen konnte, dann wurde es schlagartig wieder finster und der große Regen begann. Nun, zum Autofahren muss ja nicht die Sonne scheinen, ganz im Gegenteil, ich bin ja kein Brat-Husky, der im Auto gegrillt werden will. Vor allem, wenn die Fahrt primär darin besteht, langsam hinter irgendwelchen Lastwagen her zu zockeln und darauf zu warten, dass sich irgendwann mal was zweispuriges auftut – aber wir hatten ja Zeit genug und so haben wir es gelassen ertragen. Manch anderer hat da deutlich mehr Eile bewiesen – einen davon haben wir sogar später wieder gesehen (wir haben das Auto an den Aufklebern erkannt) – allerdings sah er gar nicht mehr so gut aus, vorne ganz eingedruckt, überall war Polizei und einen Riesenstau hat er auch noch fabriziert. Sag ich doch immer: „Eile mit Weile“. Zwei Stunden sind wir also insgesamt dahin getuckert, dann waren wir da. Die Gegend hat mir gleich gefallen – eine größere Stadt in der Nähe, wo sich gewiss das Nötigste für den Hund besorgen lässt (und auch das weniger Nötige, aber Leckere) und die Wiesen und Felder gleich hinter dem Haus. Wir sind dann noch ein paar Meter gelaufen, da bin ich doch gleich von so einem freilaufenden Hund angemacht worden, aber gleich so heftig, dass ich den Schwanz eingeklemmt habe und mich vom Acker gemacht habe – schöne Begrüßung das!!! Danach haben wir uns dann mal das Haus und die Wohnung angesehen – mit Aufzug! Der soll auch sehr zuverlässig sein – man kann ja nie wissen, was einen im Alter noch so alles piesackt. …. Die Wohnung selber ist ausreichend für Herr und Hund, der Bodenbelag nicht ganz mein Geschmack, dieses neumodische Zeug, wie heißt das doch gleich: Parkett? Ist auf jeden Fall super rutschig, wenn man sich da hinsetzt – ständig macht das Hinterteil flutsch …. – mir wurde Abhilfe in Form von Teppichen versprochen, zumindest an den Stellen, wo ich gerne sitzen will – das ist immerhin ein Angebot! Gewohnheitsmäßig habe ich gleich mal die Wohnung abgesucht – man kann ja nie wissen, ob sich nicht irgendwo noch was Essbares in einer Ecke findet und schwups, da hatte ich auch schon was zwischen den Zähnen – ein viel versprechender Anfang! Für meine Körbchen waren auch gleich passende Plätze gefunden – gute Beobachtungsposten haben sie mir ausgesucht, damit ich ohne aufzustehen ganz viel sehen kann. Dann kam der ganze Papierkrempel, der mich gar nicht interessiert hat – ich war froh, dass ich vorher wenigstens noch mein Mittagessen bekommen habe und mich zu einem Schläfchen zurückziehen konnte (na ja, ich war noch nicht sicher, ob ich bleiben will, also habe ich mich mal genau zwischen meine Pflegemutter und die Tür gepackt – nicht dass die ohne mich verschwindet, wenn ich das nicht will!). Während die noch am Reden waren, klingelte es und bald stand das Mädchen vor der Tür, das auch bei dem Besuch dabei war. Diesmal war sie wach und sehr nett, hat einfach gemeint „Du bist ja schon da!“, mir über den Kopf gestreichelt und mich in Ruhe gelassen – so ruhige Kinder sind mir doch die liebsten! Daher bin ich ihr gleich hinterher und habe mich streicheln lassen. Meine Pflegemutter war ziemlich traurig, als sie dann gegangen ist – nun ja, schließlich ist es ihr Job und den macht sie freiwillig, selber schuld, wenn sie sich dann in Hund verguckt…. Unser Nachmittag war dann richtig schön und wir sind recht spät abends heimgekommen. Wir, also mein neues Herrchen und ich, waren im Garten, da war so ein Boxer, einer dieser sabbernden, quirligen Hunde mit dem Datsch-Gesicht (ja, ich weiß, man soll nicht über andere lästern, aber das ist doch wie mit den Perser-Katzen, da klaffen „Standard“ und Funktionalität der Nase auch auseinander). Selbstredend habe ich den ignoriert, er hat natürlich versucht zu schnüffeln, da habe ich aber meine Zähne ausgepackt und dann ein wenig geknurrt (gleich von Anfang an mal sicherstellen, dass Alter vor Jugend kommt) – das hat ihn beeindruckt und er hat sich getrollt. Mit ausreichendem Abstand haben wir dann unsere Mittagsschläfchen gehalten. Danach habe ich dann etwas neues und doch auch bekanntes kennen gelernt: ein Handbike. Als gelernte Schlittenhündin mit zusätzlichen vielen Fahrrad-Kilometern hat mich das nicht sonderlich irritiert – nach kaum 10 Minuten lief ich nebenher, als hätte ich nie was anderes gemacht. Natürlich muss ich da etwas aufmerksamer sein und genau schauen, was der Chef so macht (will ja nicht unter die Räder kommen), aber ich mach das super, echt, Chef war ganz stolz, wie schön ich mit lockerer durchhängender Leine nebenher trabte. Na ja, richtig gestresst haben wir uns nicht, gucken und schnüffeln durfte ich dann auch schon – schließlich trainieren wir ja nicht für irgendein Rennen und selbst wenn – Chef scheint genauso wenig ehrgeizig zu sein wie ich… Trotzdem, feine Sache, wieder so richtig einen Job zu haben und fürs Futter zu „arbeiten“. Auch das etwas schnellere Traben macht Spaß, schließlich habe ich jetzt ein halbes Jahr hart an meinem Körper rumtrainiert, da will auch Hund mal die „Früchte ernten“. Ich bin nun also offiziell vorvermittelt und nehme derzeit keine weiteren Anfragen entgegen. Allerdings möchte ich Euch die vielen anderen, älteren und / oder nicht mehr ganz gesunden Huskys ans Herz legen, die noch bei der Nothilfe für Polarhunde e.V. warten. Ganz dringend suchen auch Lina und Leya sowie Sherry ein Zuhause – sanfte, nicht mehr ganz junge Husky-Damen, die jede Menge Liebe zu vergeben haben.
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