|
Schlittenhunde
Siberian Huskies, Alaskan Malamutes, Grönlandhunde und Samojeden sind außergewöhnliche Hunde mit folgenden Eigenschaften, die sie von anderen Hunderassen unterscheiden:
·
Sie
haben einen selbstbestimmten Charakter, der oft mit Dickköpfigkeit
verwechselt wird, dabei sind sie dies keineswegs, sondern wollen
überzeugt, nicht aber dominiert werden. Sie kommen mit dem üblichen Drill
einer Hundeerziehung nicht zurecht, sondern ihr Wesen zerbricht daran.
·
Sie sind
hochintelligent, lernen sehr schnell, sind neugierig und möchten
beschäftigt werden.
·
Sie
haben einen starken Jagdtrieb, der zum Wesen gehört. Dementsprechend
sollten die meisten von ihnen an der Leine geführt werden.
·
An der
Leine werden die meisten auch ziehen, was einige Kraft erfordert, denn zum
ziehen wurden sie als Schlittenhunde gezüchtet. Sie bei Fuß gehen zu
lassen, schaffen einige, doch die Hunde aus Rennlinien wären mit einem
solchen Ansinnen überfordert, da das Ziehen ihre Bestimmung ist. Für das
artgerechte Führen eines Schlittenhundes werden/wird entsprechende
Trecking-Geschirre/-Ausrüstung empfohlen, die in einschlägigen Geschäften
zu erwerben sind/ist.
·
Sie
brauchen unbedingt die tägliche Bewegung und Beschäftigung, ansonsten
werden sie in ihrem Verhalten gestört, zerlegen das Mobiliar oder zeigen
andere unliebsame Eigenschaften. Sie eignen sich nicht zu
Dekorationszwecken.
·
Mit
Ausnahme der Samojeden zeigen sie keine Wachhundeigenschaften. Sie bellen
in Maßen, heulen bei freudigen oder traurigen Anlässen.
·
Menschen, die einen Schlittenhund aufnehmen, sollten viel Tierliebe haben,
bereit sein, auf diese Wesenseigenschaften einzugehen und seine
Bedürfnisse zu befriedigen, sie sollten bereit sein, an jedem Tag und bei
jedem Wetter mit dem Hund unterwegs in der Natur zu sein, wobei nicht die
Kilometerleistung, sondern die gemeinsame Beschäftigung ausschlaggebend
ist. Sie sollten den Hund sich entfalten lassen und ihn nicht drillen, ihm
einfach ihr ganzes Herz schenken.
·
Wenn ein
Garten vorhanden ist, sollte dieser eine hohe Umfriedung haben (im besten
Fall 2 m), der Zaun sollte im besten Fall auch gegen Untergraben gesichert
sein. Schlittenhunde graben tiefe Löcher und in ihrer Neugier reißen sie
auch mal aus und kommen erst wieder, nachdem sie im schlimmsten Fall
Hühner oder Schafe gerissen oder einen Unfall verursacht haben.
·
Schlittenhunde, die an Katzen gewöhnt waren, kann man zu Katzen geben. In
allen anderen Fällen JAGEN sie vorhandene Kleintiere (Vögel, Nager etc).
·
Schlittenhunde haben eine dichte Unterwolle, die zweimal im Jahr
abgestoßen wird. Es ist mit vielen Haaren in der Wohnung zur rechnen in
dieser Zeit. In dieser Zeit bürstet man den Hund oft.
·
Das Fell
reinigt sich selbst, ein Schlittenhund braucht kein Bad oder - außer
während des Abhaarens - keine besondere Fellpflege. Im Sommer schwimmen
die meisten gerne. Die Schlittenhunde haben keinen Eigengeruch, so dass
ihr Fell höchstens nach nasser Wolle riecht.
·
Schlittenhunde passen durchaus zu anderen Hunderassen, sofern diese noch
als Hund zu erkennen sind (evt. kleine Rassen wie Yorkshire bedenklich).
Hier entscheiden Geschlecht und Sympathie unter den Hunden.
·
Die
meisten Schlittenhunde kommen mit Kindern zurecht, wenn diese nicht zu
klein (sie könnten sie beim Spiel umwerfen) oder zu stressig-zappelig
sind. Vorsicht, Kinder haben zu geringe Körperkraft, um einen
Schlittenhund selbst an der Leine halten zu können! Weiter: Wenn die
Kinder versehentlich Türen offen lassen, nutzen die Hunde gern die
Gelegenheit, die Gegend zu erkunden (Jagdtrieb, s.o.).
·
Auch
erwachsene Hunde, die aus Zwingerhaltung kommen, lernen mit etwas Geduld
innerhalb recht kurzer Zeit stubenrein zu werden. · Mit sommerlicher Hitze kommen Schlittenhunde gut zurecht, wenn sie sich an ein kühles Plätzchen zurückziehen können (auch in Alaska dann die Sommertemperatur 40 Grad betragen). Bei Hitze wird der Hund nicht beansprucht, sondern man läuft / fährt mit ihm während der kühleren Tageszeit.
Ein Schlittenhunde-Mensch muss:
· tierlieb sein · dem Hund nichts abverlangen, was dieser nicht möchte · bereit sein, mit ihm zu wandern, Rad zu fahren, zu joggen oder sonstige Aktivitäten zu betreiben und dies regelmäßig, mindestens einmal intensiv 1- 2 Stunden pro Tag · ihn in der Wohnung (ideal Wohnung mit Garten) in seiner Gesellschaft leben zu lassen · keinen Putzfimmel haben · bereit sein, ihn eventuell ständig an der Leine zu führen, wobei das Ziehen berücksichtig werden muss · bereit sein, nach einer Zeit der Eingewöhnung einen offenen, freundlichen, immer gut gelaunten Kameraden bei sich aufzunehmen, auf den er genauso eingeht wie dieser auf ihn · den Hund nicht über- , aber auch nicht unterfordern · ihn als Freund betrachten und nicht als Untergebenen · ihm helfen, auch in unseren Breiten sein Wesen so gut wie möglich ausleben zu dürfen
|
||||||||||||||||