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Aspergillose
Als Aspergillose wird die Infektion
mit Aspergillen (Schimmelpilzen) bezeichnet.
Schimmelpilze finden sich überall, in der Erde, in
verwesender Vegetation, auf Kompostern, in schimmelndem Heu und modrigem
Holz. Die Sporen verschiedener Aspergillus Arten können bei Hund und Katze
krankheitserregend wirken. Eine Infektion mit Spergillus fumigatus findet
man vor allem im Atemtrakt. Andere Aspergillus-Arten wie A. terreus, A.
deflectus und A. flasvus sind selten und bei über den ganzen Körper
verteilten (disseminierten) Aspergillosen gefunden worden.
Aspergillus Sporen gelangen überwiegend durch die
Atmungsorgane in den Körper.
Die Aspergillose kommt bei Hunden in
drei verschiedenen Formen vor, am häufigsten tritt die Nasale Aspergillose
auf. Darunter vesteht man eine Infektion der Nasenhöhlen und
Nasennebenhöhlen, die durch A. fumigatus verursacht wird. Die Nasale
Aspergillose kann bei Tieren aller Altersgruppen auftreten, betrifft
jedoch meist junge und mittelalte Tiere. Eine besondere Rassedisposition
konnte nicht festgestellt werden, vermehrt sind jedoch langnasige Rassen
betroffen.
Die betroffenen Hundenasen sind oft sehr
schmerzempfindlich, seröser bis eitriger Nasenausfluss tritt aus. Weitere
Anzeichen sind Nasenbluten, Niesen und Atemgeräusche. Die Infektion
beginnt meist auf einer Seite, kann aber die Nasenscheidewand
durchbrechen.
Bei einer Rhinoskopie (mit starrer Optik
durchgeführte Endoskopie der Nase) finden sich die typischen weißlich
gelben bis grau schwarzen Pilzablagerungen auf der Nasenschleimhaut und in
den Nasennebenhöhlen. Um das gesamte Ausmaß der Erkrankung feststellen zu
können, wird meist vor der Rhinsoskopie (danach könnten auftretende
Blutungen das Bild verfälschen) ein Röntgenbild gefertigt. Je nach Stadium
der Erkrankung können Zerstörungen im Bereich der Turbinalia
(Knochenlamellen, die mit Riechepithel überzogen sind) und der anderen
Nasenstrukturen dargestellt werden. Gerade im Anfangsstadium einer
Aspergillose sind die Veränderungen oft noch minimal, eine Vollnarkose, um
eine perfekte Lagerung des Patienten (und ein optimales Röntgenbild) zu
ermöglichen, ist daher zwingend.
Durch eine Blutuntersuchung kann der Aspergillen
Antikörpertiter bestimmt werden.
Die Therapie der Nasalen Aspergillose bestand früher
in einer „Ausräumung“ der Nasenhöhlen und Nasennebenhöhlen, eine sehr
belastende Operation für das Tier, die häufig schwerwiegende
Komplikationen nach sich zog. Der Erfolg war insgesamt eher gering.
Systemische Antimykotika (Pilzmittel) sind sehr
kostspielig und leider nur teilweise erfolgreich.
In jüngster Zeit wurden mit topischen Antimykotika (Enilkonazol,
Clotrimazol) überraschende Behandlungserfolge bei der Nasalen Aspergillose
erzielt. Stirn- und Nasenhöhlen werden mit einer wässrigen Lösung über
einen Zeitraum von 7 bis 10 Tagen zweimal täglich gespült.
Einige wenige Fälle von Fokaler
Aspergillose wurden bisher in der Fachliteratur beschreiben, diese traten
überwiegend bei Schäferhunden auf. Bei dieser Form bildet sich irgendwo im
Bereich des Körpers ein Krankheitsherd. Beschrieben wurden Fälle von
Knochenhautentzündung (Osteomyelitis), entzündliche Veränderungen des
Zwischenwirbelbereichs unter Beteiligung der Gelenkflächen der
benachbarten Wirbel (Diskospondylitis) mit Beschwerden, die denen einer
Bandscheibenentzündung ähneln und Fälle von Lungenentzündung (Bronchopneumonie).
Die Behandlung der fokalen Aspergillose ist langwierig und bleibt gerade
bei den Bronchopneumonien wirkungslos.
Sehr selten tritt die disseminierte
Aspergillose bei Hund und Katze auf. Disseminiert meint über den ganzen
Körper verteilt mit einer Vielzahl von Symptomen wie Gewichtsverlust,
Schwäche, Lethargie, Fieber, Lahmheiten, Rückenschmerzen und
Teil-Lähmungen bis Lähmungen. Mehr als die Hälfte der Tiere zeigt
Veränderungen im Bereich der Augen. Diese Erkrankung tritt in der
Altersgruppe bis sieben Jahre auf, der Deutsche Schäferhund ist häufiger
betroffen als andere Rassen. Eine Behandlung ist nicht möglich.
Ganz selten tritt Aspergillose bei der
Katze auf, die Nasale Aspergillose wurde bisher in zwei Fällen
dokumentiert. Die Dissemintierte Aspergillose konnte bei einigen Katzen
postmortal festgestellt werden, die meisten litten gleichzeitig unter FeLV
oder FIP Infektionen.
Eine Infektion mit Schimmelpilzen ist
eine schwerwiegende Erkrankung, die unbedingt tierärztlich behandelt
werden muss, um ein übergreifen der Infektion von den oberen Atemwegen auf
die unteren Luftwege (Lunge) zu verhindern. Anstecken kann sich ein Hund
überall – beim Ausgraben der Mauselöcher und selbst zu Hause an
schimmelnder Blumenerde.
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