Erziehung und Beschäftigung des Nordischen

 

Für die Erziehung gibt es einige Grundregeln, die Mensch und Hund das Zusammenleben erleichtern. Das Ziel ist es, dem Hund „Erziehung“ verständlich zu machen und ihm Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln, je jünger der Hund ist, desto wichtiger und prägender sind seine Erfahrungen.

Wichtig ist, dass sich alle Mitglieder eines Haushaltes einig sind, welche Dinge ein Hund darf und welche nicht, nur so bekommt der Alltag des Hundes verlässliche Grenzen.

Wichtige Hilfsmittel in der Erziehung, die großzügig eingesetzt werden können, sind die Körpersprache und die Stimme des Menschen.

Motivation ist für das Lernen entscheidend, der Erziehende sollte herausfinden, wie er den Hund so motivieren kann, dass er übungen freudig mitmacht und mit all seiner Aufmerksamkeit dabei ist. Das Training sollte abwechslungsreich sein, mit einer übung beginnen und abschließen, die der Hund beherrscht und anfangs nur wenige Minuten dauern, denn auch die Konzentrationsfähigkeit eines Hundes will geschult werden.

Kommandos sollten immer auch aufgehoben werden, der Hund soll eine übung nicht selbst beenden. Beherrscht der Hund ein Kommando, so sollte er es aufs erste Mal befolgen, falls nicht, unterstützt man den Hund mit einem kleinen Korrekturgriff.

Gerade am Anfang ist es wichtig, dass die übungen immer von derselben Person (Hauptbezugsperson) auf die gleiche Art ausgeführt werden, um den Hund nicht zu verwirren und zu verunsichern.

 

Um es gleich vorneweg zu sagen, der Husky ist nicht so einfach zu erziehen wie manch andere Rasse. Allerdings gibt es durchaus auch bei den Nordischen Hunde, die frei laufen können, da sie sehr gut gehorchen. Die Besitzer dieser Hunde haben es meist sehr genau mit der Erziehung ihrer Vierbeiner genommen und von Anfang an ernsthaft und systematisch mit ihren Hunden gearbeitet. Die Verhaltensregeln, die für den erwachsenen Husky gelten sollen, müssen auch für den Welpen schon verbindlich sein, absolute Konsequenz, Geduld und Beständigkeit sind hier das Wichtigste.

 

Lob ist als positive Bestärkung ein ganz wesentliches Element der Hundeerziehung. Richtig loben ist gar nicht so einfach, denn vieles sehen wir Menschen entweder als „selbstverständlich“ an oder wir sind eindeutig zu langsam. Gelobt wird unmittelbar (!) nach dem erwünschten Verhalten durch Streicheln, eine kleine Futterbelohnung und mit der Stimme. Das Lob wird gezielt eingesetzt, also nur dann, wenn der Hund exakt das tut, was er soll.

Wie in der Kindererziehung auch, lässt sich Tadel manchmal nicht vermeiden. Ein strenges „Pfui“ macht jedoch nur unmittelbar nach der Tat Sinn, denn der Hund kann bereits kurz später keinen Zusammenhang mehr herstellen zwischen Tat und Tadel.

 

Eine enge Bindung zwischen Mensch und Hund ist wichtig für ein harmonisches Zusammenleben. Ihr Aufbau erfordert Zeit, viel Zeit, die Mensch und Hund miteinander verbringen. Und natürlich artgerechte Beschäftigung, also gemeinsame Spiele, gemeinsame Unternehmungen und auch das gemeinsame üben. Der Hund soll seinen Menschen interessant finden, soll sowohl körperlich als auch geistig gefordert werden.

 

Neue Kommandos sollten immer in der vertrauten, reizarmen (da bekannten) Umgebung erarbeitet werden, also in der Regel Zuhause. Der Hund sollte nicht voller Tatendrang und übermut sein, aber auch nicht völlig ausgepowert, wenn mit ihm geübt werden soll.

 

Der klassische Weg, einem Hund das Sitz beizubringen ist, das Hörzeichen zu geben und gleichzeitig den Hund hinten nach unten zu drücken.

Das Herunterdrücken seines Hinterteils wird sich nicht jeder erwachsene Hund gefallen lassen. Und es muss auch nicht sein: alternativ kann ein kleines Leckerchen in die Hand genommen werden und dem Hund über die Nase gehalten werden, jeder halbwegs verfressene Hund wird sich (früher oder später) setzen, um Hand und Leckerchen besser sehen zu können. Genau in dem Augenblick, in dem der Hundehintern am Boden ankommt, wird das Hör- und Sichtzeichen SITZ und das Leckerchen gegeben, tüchtiges stimmliches Lob folgt. Das Sichtzeichen für SITZ ist meist der erhobene Zeigefinger. Mit LAUF sollte das Sitz Kommando aufgehoben werden, sobald der Hund aufsteht.

Manche Hunde stellen echte Ansprüche an die Beschaffenheit eines Leckerchens, bei anderen funktioniert das ganze besser mit einem Spielzeug.

 

Das richtige Timing von Hörzeichen und Aktion des Hundes ist entscheidend, der Hund soll gar nicht erst erfahren, dass es möglich ist, Hörzeichen zu ignorieren.

Ein Hörzeichen sollte ein bis zwei Wochen lang erst einmal in dieser einfachen Variante über den ganzen Tag verteilt geübt werden, irgendwann wird der Hund sich bereits setzen, wenn sich in der einen Hand ein Leckerchen befindet und an der anderen Hand der Zeigefinger gehoben wird. Nun kann die übung gesteigert werden, SITZ kann verlangt werden (vorher wurde es eher ausgelöst), weitere Steigerungen sind dann immer schwieriger (mehr Reize) werdende Umgebungen.

 

Die Beschreibung der ersten Schritte des Kommandos „Sitz“ erfolgte an dieser Stelle so ausführlich, um den Unterschied zwischen der althergebrachten Methode und den neueren Lern-Wegen aufzuzeigen. Sie haben sich entwickelt  aus den Erkenntnissen über Verhalten und Lernen des Hundes, die Hundeforscher im Lauf der Jahre gewonnen haben. Den Nordischen Rassen und ihrem speziellen Charakter kommen diese Erziehungsmethoden sehr entgegen.

In Buchhandlungen ist, teilweise sehr ausführlich bebilderte, weitergehende Literatur zur Grunderziehung erhältlich und auch eine „gute“ Hundeschule ist fast von jedem Wohnort aus erreichbar.

Je älter der Husky wird, desto weniger Zeit wird für das Einüben von Grunderziehung benötigt, abgesehen davon verlangt der Hund nun auch nach mehr körperlicher Auslastung.

Für einen gut erzogenen Hund gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten sich zu betätigen. Bei einem Nordischen bietet sich die klassische Zugarbeit an.

Mit etwa sieben Monaten kann der Husky ans Geschirr gewöhnt werden. Der Hund lernt, im Geschirr voraus zu gehen und zu ziehen. Den Unterschied zum Laufen an Halsband und lockerer Leine begreift der Hund meist sehr schnell. Anfangs sollten nur kurze Strecken zurückgelegt werden, Kommandos, die dem Hund das Ziehen bzw. das Ende des Ziehens signalisieren, sollten erarbeitet werden. Erst wenn der Hund zuverlässig vorwärts zieht, werden Richtungskommandos eingeführt. Praktisch kann das so aussehen, dass man den nach vorne ziehenden Hund auf etwas zulaufen lässt, wo er geradeaus nicht weiterkommt, sondern nach links oder rechts abbiegen muss. Der Hund soll entscheiden, welche Richtung er einschlägt. Im Moment des Richtungswechsels wird das entsprechende Kommando gesagt und ausgiebig gelobt.

Mit etwa einem Jahr kann der Hund lernen, Gegenstände wie einen alten Kinderschlitten oder Autoreifen zu ziehen, wie immer, anfangs kurze Strecken und geringes Gewicht, die Anforderungen werden langsam gesteigert.

Für das Fahrrad gibt es eine Zugvorrichtung, mit der ein Hund sicher vor einem Fahrrad „arbeiten“ kann, ebenso wurde ein Bauchgurt entwickelt, der es ermöglicht, einen Hund vor einem Rollerbike (High-Tech-Tretroller für Erwachsene) zu führen. In beiden Fällen läuft die Leine nach vorne weg, ohne in Konflikt mit Lenker oder Bremsen zu kommen, Federn verhindern unangenehme Zwischenfälle.

Erschwingliche Trainingswagen bzw. -schlitten, die von ein oder zwei Hunden gezogen werden, und die auch für den Fahrer sicher sind, sind mittlerweile auf dem Markt erhältlich. Die meisten dieser Gefährte sind zusammenlegbar, also Platz sparend unterzubringen.

Wochenendseminare, die Halter und Hund in die Technik einführen, finden bundesweit immer wieder an wechselnden Orten statt, finden sich mehrere interessierte Halter zusammen, können diese auch auf einen Veranstalter zu gehen und einen individuellen Termin vereinbaren.

Zugarbeit können ein bis drei Hunde auch vor einer Pulka leisten, einem kleinen flachen Schlitten, der mit einer Leine mit dem Bauchgurt des Mushers verbunden ist, der auf Langlaufschiern hinter dem Gespann fährt. In der schneefreien Zeit wird die Pulka durch ein kleines Wägelchen ersetzt, der Musher joggt mit. Für die Arbeit vor der Pulka benötigt der Hund ein spezielles Pulka-Geschirr, für die anderen bisher aufgeführten Sportarten ein X-Back-Geschirr.

Natürlich gibt es auch Sportarten mit dem Hund, die nicht auf Zugverhalten ausgerichtet sind und ebenso jede Menge Spaß für Hund und Halter bringen.

Mit dem Springer steht für das Fahrrad eine am Rahmen zu befestigende Halterung zur Verfügung, mit der der Hund gefahrlos locker neben dem Fahrrad herlaufen kann.

Gemeinsames Joggen hält neben dem Hund auch den Halter ganz schön fit, ein Bauchgurt sorgt für freie Hände und unverkrampfte Laufhaltung.

Wandern ist eine Ganzjahresbeschäftigung, auch für die weniger sportlichen Halter oder Familien mit Kindern. Der Husky kann an entsprechende, spezielle Packtaschen gewöhnt werden und ausgewachsen bis zu einem Drittel seines Körpergewichts tragen – der klassische Rucksack kann zu Hause bleiben.

Zu den neueren Sportarten gehören Agility und Breitensport, der Hund überwindet dabei einen Geschicklichkeitsparcour mit Hürden, Slalomstangen und Kriechtunnel etc., beim Breitensport kommt noch ein Geländelauf dazu. Beides kommt der Sportlichkeit und Gelehrigkeit der Huskys sehr entgegen, setzt aber beim Besitzer einiges an Fitness voraus, da dieser seinen Hund begleitet.

Geschirre und weitere Hilfsmittel(Bauchgurte, Zugleinen mit Ruckdämpfer etc.) sind bei AKAENA Hundesportbedarf erhältlich, die Adressangaben finden sich bei unseren Tipps.

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