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Husten
Husten gehört zu den wichtigsten Abwehrmechanismen der Atemwege. Wenn ein Reiz vorhanden ist, wird der Husten unwillentlich ausgelöst, es handelt sich also um einen Reflex, dessen Ziel es ist, die Atemwege von Fremdkörpern oder Flüssigkeit freizuhalten. Die Hustenrezeptoren (Reizempfänger) befinden sich hauptsächlich in den Atemwegen, wobei Kehlkopf und Luftröhre die meisten Rezeptoren besitzen. In der Lunge selbst finden sich keine Hustenrezeptoren, weshalb viele Erkrankungen (v.a. Metastasen eines Tumors) der Lunge lange unbemerkt bleiben. Einige wenige Hustenrezeptoren finden sich in den Nasennebenhöhlen, im Bereich des Brustfells und des Herzbeutels, so dass der Hustenreflex auch von dort lokalisierten Erkrankungen ausgehen kann. Beim Husten können Luftflussgeschwindigkeiten bis zu 160 km/h erreicht werden, daher ist es nicht verwunderlich, dass gerade andauernder und heftiger Husten eine starke Belastung ist, mitunter treten allgemeine Erschöpfungszustände auf. Teilweise können Würgen oder Brechreiz am Ende eines Hustenanfalls stehen, in äußerst seltenen Fällen kann es durch den enormen Anstieg des Drucks innerhalb der Lunge zum Platzen des Lungengewebes kommen, so dass Luft direkt in die Brusthöhle tritt (sehr gefährlich). Was passiert nun beim Husten? Nach der Stimulation der Hustenrezeptoren wird eine große Menge Luft eingeatmet. Danach kommt es zum Verschluss des Kehlkopfs durch die Stimmbänder und den Kehlkopfdeckel. Zeitgleich werden die Bauchmuskeln kräftig angezogen, was zu einem enormen Druckanstieg innerhalb des Brustkorbs führt. Dann wird der Kehlkopf geöffnet und die angesammelte Luft explosionsartig ausgestoßen. Für den behandelnden Tierarzt ist es gerade bei nicht ständig auftretenden Beschwerden von Bedeutung, dass Sie als Halter eines Tieres so viele Informationen wie möglich geben können. Dazu ist es wichtig, dass Sie versuchen, dass Tier und seine Beschwerden so genau wie möglich zu beobachten, denn es gibt einiges, was Husten vom Erscheinungsbild her ähnelt. Dazu gehören Hecheln, Niesen, Dyspnoe (Atemnot), Würgen und das umgekehrte Niesen. Versuchen Sie festzustellen, ob das Problem bei oder nach gewissen Ereignissen verstärkt auftritt oder ob es irgendwie von der Tageszeit abhängig zu sein scheint. Versuchen Sie das Geräusch, dass der Hund erzeugt, in Worte zu fassen, hört sich der Husten eher trocken und stimmhaft an oder sehr tief oder …. Achten Sie auch darauf, ob es zu einem Auswurf von Flüssigkeit kommt und wenn ja, von welcher Farbe diese ist. Dem Tierarzt stehen zur Diagnose viele verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die er einsetzen kann. Die am häufigsten angewandten sind die Blutuntersuchung, eine Kotuntersuchung (Parasitenbefall, auch Lungenwürmer), Bindehautabstrich (v.a. bei Staupe-Verdacht), das Röntgenbild, die Endoskopie (Spiegelung des Atemtrakts, Fremdkörper können hierbei entfernt und Proben genommen werden), die Lavage (hierbei wird eine gewisse Menge steriler Flüssigkeit in bestimmte Teile des Atemtrakts eingefüllt und wieder abgesaugt. Die so gewonnen Proben werden weiter untersucht) und die Computer- bzw. Kernspintomographie. Die letztgenannte Methode ist hochmodern und teuer, daher kommt sie vor allem im Vorfeld von Lungen-Operationen zum Einsatz. Die Liste der Krankheiten, die Husten als Symptom haben, ist sehr lange, wir wollen daher nur einige wenige nennen, um Ihnen die Vielschichtigkeit darzustellen. Relativ bekannt ist der Zwingerhusten, der gerade bei jungen Hunden eine Lungenentzündung nach sich ziehen kann. Der bisher zur Verfügung stehende Impfstoff ist leider noch nicht 100 % erfolgreich. Die in den Bronchien lebenden Lungenwürmer gehören zu den Rundwurmarten. Sie können eine intensive Entzündung auslösen. Die Aspirationspneumonie tritt im Zusammenhang mit der Wasser- bzw. Futteraufnahme auf und wird durch einen körperlichen Defekt verursacht (Speiseröhrenlähmung, Kehlkopflähmung etc.). Die Staupe ist eine virale Erkrankung, die bei rechtzeitiger intensiver Behandlung geheilt werden kann. Neurologische Folgeschäden können dadurch aber nicht ausgeschlossen werden. Ein Impfstoff steht zur Verfügung. Sehr aktive Tiere atmen eher einen Fremdkörper ein, wirklich geschützt ist davor jedoch keiner. Gelangt der Fremdkörper bis in die Lunge kann es zu einer vollständigen Vereiterung eines Lungenflügels kommen, der dann operativ entfernt werden muss. Das Kollabieren der Luftröhre ist eine typische Erkrankung von älteren Tieren kleiner Rassen. Die Knorpelringe, die die Luftröhre stützen, verlieren ihre Stützkraft und kollabieren, erst nur ab und an, dann häufiger. Eine Behandlung ist sehr schwierig und führt nur vereinzelt zu Heilung. Die Behandlung der chronischen Bronchitis ist oft schwierig. Häufig helfen nur starke entzündungshemmende Medikamente mit starken Nebenwirkungen. Seit einiger Zeit stehen auch Inhalationssprays zur Verfügung, eine wesentliche Therapieverbesserung. Die Kehlkopflähmung führt zu einer Verengung des Kehlkopfs und muss meist operiert werden. Das Linksherzversagen ist eine Folge verschiedener Erkrankungen, häufigste Ursache sind Herzklappeninsuffizienz bei kleinen Rasen und Herzmuskelschwäche bei großen Rassen. Das Herz pumpt nicht mehr genügende Blutmengen in den Körper, um die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Der linke Herzvorhof vergrößert sich zunehmend, häufig bildet sich auch ein Lungenödem. Metastasen innerhalb der Atemwege oder der Lunge. Husten mit abnormalem Auswurf, Husten bei insgesamt gestörtem Allgemeinbefinden und chronischer Husten bedürfen grundsätzlich sorgfältiger tierärztlicher Abklärung. Die Behandlung richtet sich nach der festgestellten Ursache der Erkrankung. |